Zündkerzen und Zündkabel
prüfen und wechseln
ACHTUNG: Auf der aktiven
Zündanlage liegt eine Hochspannung bis zu 40000 Volt an! |
Zündkerzen |
(Glühkerzen: siehe unten) |
| Ausbauen: |
1. Zündkabel abziehen
Damit kein Schmutz in den Brennraum fallen kann,
2. Zündkerze zunächst nur um einige Gewindegänge mit einem Zündkerzenschlüssel
lockern
(Das ist ein
Werkstatt-Zündkerzenschlüssel. In jedem Pkw/Lkw/Krad-Werkzeugset
befindet sich aber ebenfalls immer ein (einfacherer, meist
kürzerer) Zündkerzen[steck]schlüssel mit Hebel)
3. Kerzenschacht mit Pressluft oder Pinsel säubern
4. Zündkerze ganz herausdrehen. |
Einbauen:
1.
a)
mit Anzugs-
drehmoment
(Gewinde
u n gefettet;
Richtwerte) |
| für Zündkerzen mit
Flachsitz+Dichtung |
M 18 mm
(x 1,5) |
M 14 mm
(x 1,25) |
M 12 mm
(x 1,25) |
M 10 mm
(x 1) |
Gusseisen-
zylinderkopf |
NGK: 35-45 Nm
Beru: 30-45 Nm |
NGK: 25-35 Nm
Beru: 20-35 Nm |
NGK: 15-25 Nm
Beru: 15-25 Nm |
NGK: 10-15 Nm |
Aluminium-
zylinderkopf |
NGK: 35-40 Nm
Beru: 20-35 Nm |
NGK: 25-30 Nm
Beru: 15-30 Nm |
NGK: 15-20 Nm
Beru: 12-20 Nm |
NGK: 10-12 Nm |
für Zündkerzen mit
Kegeldichtsitz |
M 18 mm
(x 1,5) |
M 14 mm
(x 1,25) |
|
|
Gusseisen-
zylinderkopf |
Beru: 15-30 NM |
Beru: 15-25 Nm |
|
|
Leichtmetall-
zylinderkopf |
Beru: 15-25 Nm |
Beru: 12-20 Nm |
|
|
|
b)
von Hand |
1. Zündkerze manuell soweit eindrehen, wie von Hand
möglich;
2. je nach Zündkerzentyp mit Zündkerzenschlüssel um diese Gradzahl weiter
anziehen:
Flachdichtsitz-Zündkerze
mit neuem Dichtring |
Flachdichtsitz-Zündkerze
mit gebrauchtem Dichtring |
Zündkerze mit Konus/
Kegeldichtsitz |
| 90° |
30° |
15° |
|
| 2. |
Zündkabel in der richtigen Zündreihenfolge der
Zylinder wieder aufstecken.
Hier unsere Liste der Standard-Zündreihenfolgen verschiedener
Motoren. |
Prüfen:
Kerzen-
Zustand/
gesichter/
bilder |
Normal
 |
Verbleit
 |
Glasurbildung
 |
Verrußt
 |
Verölt
 |
So soll es sein:
Geringer Elektro-
denabbrand und
grauweiß-graugelb
bis rehbraun ver-
färbter Isolator
fuß.
Hier ist alles i.O.! |
Ursache:
(Falsche?)
Kraftstoff- oder
Motoröl-Zusätze
Lösung:
Kraftstoffaufbereitung
genau einstellen,
neue Zündkerzen
einsetzen
|
Ursache:
Falsche Gemisch-
einstellung oder fal-
scher Wärmewert
Lösung:
Gemisch- und Start-
einrichtung einstel-
len, andere Zünd-
kerze/n verwenden |
Ursache:
Zuviel Öl od. defekte
Kolbenringe,Zylinder,
Ventilführungen oder
Ventildeckeldichtung
Lösung:
Richtiges Gemisch,
Motor überholen,
neue Zündkerzen |
Ablagerungen
 |
Mittelel.geschmolzen
 |
Elektr.geschmolzen
 |
Isolatorfußbruch
 |
Starker
Verschleiss
 |
Ursache:
Legierungsbestand-
teile, insbesondere aus Motoröl
Lösung:
Anderes Motoröl,
Motor neu einstellen,
neue Zündkerzen |
Ursache:
Therm. Überlastung durch Frühzündung,
Verbrennungsrückstände, defekte Ventile,
kaputter Zündverteiler, schlechter Kraftstoff,
zu niedriger ZK-Wärmewert, falsches An-
zugsdrehmoment bzw. undichter ZK-Sitz.*)
Lösung:
Fehler abstellen, richtige/r ZK/Wärmewert |
Ursache:
Falsche Handha-
bung, zu langer Be-
trieb, Motorklopfen
Lösung:
Neue
Zündkerze
einsetzen |
Ursache:
Zusätze, Motorklop-
fen, therm.Überla-
stung, Brennraum?
Lösung:
Diese Fehler ab-
stellen, neue Zünd-
kerze einsetzen |
|
Elektroden-
Abstand: |
 |
Der Abstand zwischen den Elektroden (Anode und
Kathode) von Zündkerzen kann
mit einer Fühlerlehre (Bildmuster) überprüft und eingestellt werden.
Die erforderlichen korrekten Elektrodenabstände ergeben sich aus der
Betriebsanlei-
tung des Fahrzeugs oder aus technischer Beschreibung der betreffenden Zündkerze.
Notfalls für Pkw 0,7 mm verwenden, für Krad/Roller eher 0,4 mm. |
|
Kerzen-
Funktion: |
Siehe hierzu abschließenden Hinweis zur Zündanlagen-Schnellprüfung
weiter unten auf dieser Webseite! |
Codes: |
Zündkerzentypen sowie Zündkerzen-Codierung verschiedener
Hersteller, Wärmewerte, usw.
und einen Zündkerzen-Finder finden Sie in dieser Zündkerzentabelle auf unserer Website. |
| |
|
Glüh-
kerzen |
|
Dreh-
momente |
für Glühkerzen-
gewinde |
M 8 |
M 10 |
M 12 |
|
| Anzugsdrehmoment |
10 Nm |
15 Nm |
22 Nm |
|
| Bruchdrehmoment |
20 Nm |
35 Nm |
45 Nm |
|
mit Anschluss-
muttergewinde |
M 4 |
M 5 |
|
|
zusätzlich zu
berücks.
Anzugsdrehmoment |
2 Nm |
3 Nm |
|
|
Bruchdrehmoment erreicht - was nun?
Auf keinen Fall weiterdrehen - die Glühkerze könnte sonst abbrechen. Stattdessen gehen
Sie bitte wie folgt vor:
1. Anheizen: Motor warmfahren bzw. intakte Glühkerzen mit einem
separaten Kabel 4-5 Minuten bestromen -
dadurch wird die Glühkerze aufgeheizt und freigebrannt.
2. Anlösen: Rostlösemittel oder Multifunktionsöl
großzügig an den Gewindeansatz der Glühkerze auftragen
und kurz einwirken lassen.
3. Ausdrehen: Anschließend einen weiteren Ausschraubversuch starten und die Glühkerze
vorsichtig mit dem
geeigneten Werkzeug aus dem Zylinderkopf lösen. (Unbedingt vor dem Erreichen des
Bruchdreh-
moments unterbrechen, notfalls weiteren Versuch durch Anheizen starten.)
Nach dem Ausschrauben der alten Glühkerzen sollte unbedingt das Gewinde, der
Kegeldichtsitz und der Glühkerzenkanal im
Zylinderkopf mit der Glühkerzen-Reibahle gereinigt werden. Abschließend
neue Glühkerzen einschrauben - unter Beachtung
des vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Drehmoments. (Quelle:
Werkstatttipps - BERU aktuell Nr. 1/2004) |
|
|
|
|
|
| Zündkabel |
|
Fehler-
erkennung: |
Diese Schwierigkeiten können
ihre Ursache in einem defekten Zündkabel haben:
- Die Leerlauf-Drehzahl schwankt ungewöhnlich rauf und runter
- Der Motor nimmt hauptsächlich bei niedriger Drehzahl und Teillast schlecht Gas
an
- Der Motor läuft überwiegend bei höherer Belastung (z.B. Anfahren, Bergauf)
unrund
oder ruckelt bei früherem Hochschalten
- Die Leistung hat allgemein abgenommen
- (In der Fachwerkstatt/)Beim Nachmessen wurde eine Katalysatorzerstörung
festgestellt
- Der Kraftstoffverbrauch ist trotz sparsamer Fahrweise und üblicher Einflüsse
stärker angestiegen
- Beim Rundfunkempfang sind entsprechende Störungen hörbar |
Sicht-
prüfung: |
| Zündkabel: |
Porosität/Sprödheit, kleine
Risse, Abnutzungserscheinungen, verkohlte
oder angeschmorte Stellen, beschädigte Schutzkappen, undichte
Kabel-Stecker-Verbindung, Oxidation der Anschlußteile? |
| Stecker: |
Riss oder Bruch an Zündkerzen-
oder Verteilersteckern, Sprödigkeit, un-
dichte Stecker-Kabel-Verbindung, beschädigte Dichtlippen, Oxidation? |
Zündkabel mit
Marderbiss:
 |
Gebrochener Zünd-
kerzenstecker:
 |
Verschmortes
Zündkabel:
 |
Riss einer Kabel-
buchse am Verteiler:
 |
Schmorstelle in
Verteilerkappe:
 |
|
| Beschädigte Zündleitungen und/oder Stecker
einzeln oder als kompletten Satz erneuern! |
Schnell-
prüfung
der
Funktion: |
| Zunächst wird der Bereich vor dem
Verteiler kurz geprüft: |
|
1. Falls noch nicht geschehen: Motor abstellen
2. Wenn möglich das Hauptzündkabel vom Verteiler abziehen
3. Dieses Kabelende mit isolierter/m Zange/Greifer in etwa 1/2 bis 1 cm Abstand
an/vor den
Motorblock (oder ein anderes metallisches/stromleitendes Teil
des Motors) halten
4. Motor anlassen
(und nach diesem Check wieder abstellen und Kabel wieder
anschließen) |
| Zündfunke |
Feststellung |
gelb-blau
und heftig |
So soll es sein! Alles i.O.! |
leichtblau
oder kurz/
schwach |
Hier liegt ein Defekt vor
- entweder an diesem Hauptzündkabel oder dessen Kontakt/en
- oder aber an der Zündspule bzw. dem Zündmodul selbst |
 |
Liegt hier schon ein Kontakt-Fehler oder ein anderer Zündspulen-Mangel vor,
sollte man vielleicht auch gleich mit einer Taschenlampe die Kontakte der
Zündspule/des Zündspulenblocks überprüfen (und reinigen): |
| Kontakte |
Feststellung |
| golden glänzende Kontakte |
So soll es sein!
An dieser Zündspule sind zumindest die Kontakte in Ordnung! |
| schwarze oder graue Kontakte |
sind ein Zeichen dafür, dass hier etwas nicht mehr
recht stimmt.
In einem solchen Falle die Zündspule durchmessen
und ggf. rasch ersetzen! |
Ob darüberhinaus ein Totalausfall der Zündspule
oder ein Fehler im Verteiler oder am Un-
terbrecher vorliegt kann mit diesen einfachen Methoden (Link anklicken) ermittelt werden. |
Danach lässt sich die anfangs genannte Methode auf die einzelnen Zündkabel anwenden: |
 |
1. Das Einzel-Zündkabel
an einer Zündkerze abziehen und auf eine neue
bzw. mit Sicherheit perfekt funktionierende (Extra-)Zündkerze
aufstecken.
2. Jetzt die Elektroden dieser Zündkerze wiederum mit einer isolierten Zange oder Klammer
ziemlich nahe (wie oben) an Motorblock bzw.
metallisches/stromleitendes Motorteil halten
3. Motor starten
(nach dem Check wieder abstellen und genauso mit jedem weiteren
Zündkabel verfahren) |
| Zündfunke |
Feststellung |
stark und
regelmäßig |
So soll es sein! Alles i.O.! |
schwach oder un-
regelmäßig |
Hier liegt ein Defekt vor
- entweder dieses einzelnen Zündkabels oder eines seiner Kontakte
- oder aber schon im/am Verteiler oder Unterbrecher |
Scheint jedoch aufgrund der Schnellprüfungsmethoden mit
einfachen Mitteln an der Zünd-
anlage und insbesondere an den Zündkabeln trotz vermuteter Mängel alles in Ordnung,
|
 |
kann man denselben Quickcheck zusätzlich
oder allein wegen eines z.B. aus
obigen Bildern vermuteten Zündkerzenmangels mit den betreffenden (ge-
brauchten) Zündkerzen (diese muss dann allerdings gesäubert sein und
einen korrekten Elektrodenabstand aufweisen) direkt durchführen. Damit
lässt sich nun leicht feststellen, ob genau diese Zündkerze irreparabel defekt
oder eventuell doch noch zu gebrauchen ist. |
|
Zündkabel-
Arten: |
Auf dieser Webseite werden die gängigen Zündkabeltypen beschrieben. Ausserdem gibt es dort den BERU-
Produktfinder und eine downloadbare Verwendungsliste für
Oldtimer/Youngtimer (Pkw/Lkw/Motorräder). |
|
Im Übrigen wird empfohlen,
- die Zündkerzen etwa alle 10000-15000 Km zu erneuern
- die Zündkabel mindestens alle 50000 Km zu erneuern |
|
|