Zahnriemen
/ Steuerkette
der Motorsteuerung wechseln
Allgemein an älteren und sogenannten
"Pumpe-Düse"-Motoren, auf die sich folgende Montage-
anweisung hauptsächlich bezieht soll der Zahnriemen laut christiani.de bzw. kfz-tech.de regel-
mäßig alle 60000 bis 120000 Kilometer ausgetauscht werden. Bei neueren Fahrzeugen
und
Motoren richtet sich dieses Intervall nach der jeweiligen Hersteller-Empfehlung. Hier eine
Tabelle
der von uns 12/2005 im Internet recherchierten Zahnriemen-Wechselintervalle. Wir
raten jedoch
ausdrücklich dazu, das System auch zwischen diesen Intervallen immer wieder zu
überprüfen.
Werkzeug, Teile, Material
| je 1 |
passende/r Schraubendreher |
 |
| 1 |
Drehmomentschlüssel |
 |
| --- |
Reinigungsmaterial |
|
| 1 |
neuer Zahnriemen
(soll aus gleichem oder besserem Material sein als der "alte", und muss vor
allem genausoviele und passende Zähne haben!) |
|
Montageanleitung
1. Massekabel von Batterie/Akku abklemmen.
2. a) Alle hinderlichen Riemen, Rohre, Scheiben, Behälter ausbauen. (Kühlmittel- und
Servolenkungsschläuche empfehlen wir
allerdings angeschlossen zu lassen.) Oft ist
auch der dort eingebaute Schwingungsdämpfer
abzunehmen. Zum Einstellen (Blick
auf Nockenwelle) auch den
Ventildeckel/Zylinderkopfdeckel abbauen. Bei einigen
Fahrzeugen/Motoren ohne Spannrolle wie z.B.
VW-Golf SDI/TDI auch Generator lockern.
b) Elektrische Steckverbindungen trennen.
b) Zahnriemenabdeckung abnehmen.
3. a) Kurbelwelle an der Zentralschraube/am Exzenter des Zahnriemenrades in Motor-
drehrichtung bis zum OT/Oberen Totpunkt
des Zylinders 1 drehen.
b) Alle Markierungen an Motorgehäuse (z.B. hinteren Zahnriemenschutz)
oder Zylinder-
kopfhaube bzw. Kurbelwellendämpfer und
Nockenwelle auf Deckung bringen.
4. a) Einstellschraube auf der Spannrolle lockern.
b) Spannrolle etwas lösen und vom Zahnriemen abheben.
c) Nun die freibewegliche Spannrolle wieder leicht anschrauben.
(Bei neueren Motoren kann es dafür andere Möglichkeiten geben wie
etwa bei den VW/Audi-
1,8Ltr-Turbomotoren, an denen man dazu erst eine Spannvorrichtung mit
einer Schraube
fixieren sowie einen kleinen Kolben eindrücken und mit einnem
Stift sichern muss. Möglicher-
weise sind - wie bei diesen VW/Audi-Turbomotoren - davor sogar
noch die Schrauben der
Motoraufhängung/Motorstütze zulösen, ohne jedoch die Stürze
selbst auszubauen, sowie
eine eigens dafür konstruierte Abfangvorrichtung anzubringen.
Beim Golf SDI/TDI z.B. sind
davor die Nockenwelle mit dem Einstelllineal und das
Einspritzpumpenrad mit einem An-
steckdorn zu arretieren. Diesbezügliche Angaben der
Fahrzeug/Motoren-Hersteller sind
deshalb immer zwingend zu beachten!)
5. Alten Zahnriemen abziehen. (Soll dieser eventuell doch wiederverwendet werden, vor dem
Abnehmen unbedingt seine jetzige Laufrichtung am besten mit einem
weichen Bleistift durch
einen entsprechenden Pfeil - z.B. auf dem Riemenrücken - aufzeichnen).
6. Zahnriemen, Spanner, Scheiben auf Schäden überprüfen.
Hier finden Sie eine Tabelle der häufigeren
Schadensbilder, Ursachen, Lösungen.
7. Alle Markierungen nochmal kontrollieren und ggf. korrigieren, d.h. die Steuerzeiten
einstellen.
Hierzu kann z.B. unsere
Gradscheibe - oder eine andere - ausgedruckt
und wie hier und dort
beschrieben verwendet werden. Für VW-Golf SDI/TDI (und andere
Einspritzer):
Bei zu frühem Einspritzbeginn die Einspritzpumpe in Motordrehrichtung,
bei zu spätem Einspritzbeginn die Einspritzpumpe entgegengesetzt
verstellen.
Nach der dynamischen Verstellung der Einspritzpumpe unbedingt die
Einspritzleitungen an
der Einspritzpumpe lösen und wieder mit 25 Nm anziehen (verhindert
Dauerschwingbruch).
8. Neuen Zahnriemen aufschieben. (Bei eventueller Wiederverwendung des bereits gelaufenen
Zahnriemens muss das zwingend in seiner vorherigen Laufrichtung
geschehen, sonst droht
eine Zerstörung.)
Das Montieren/Aufstecken des Zahnriemens kann sehr schwer gehen, weil
er (neu) sehr
stramm ist und später auch möglichst knapp/korrekt sitzen soll.
Trotzdem darf dabei nicht
mit Kraft vorgegangen werden. Man kann sich aber damit behelfen, die
Befestigungs-
schraube auf dem Nockenwellenrad so weit herauszudrehen, dass sich die
Nockenwelle
ein wenig kippen und der Zahnriemen etwas leichter auflegen lässt.
Danach muss jedoch
gleich wieder befestigt und ordentlich gespannt werden.
9. a) Spannrolle(nschraube) wieder lösen und
b) den Zahnriemen wieder spannen
bzw. den genannten Druckkolben wieder lösen und eine ggf. vorgenommene
Arrettierungen
wieder entfernen - bem Golf SDI/TDI z.B. auch das
Nockenwellen-Einstelllineal wieder
herausnehmen - sowie die Spannvorrichtung auf den vorigen Stand
bringen.
Herstellerangaben sind stets zu beachten!
10. Markierungsübereinstimmung nochmals prüfen und ggf. nachstellen.
11. a) Die Kurbelwelle um mindestens zwei vollständige Umdrehungen in Motordrehrichtung
drehen und
b) dabei jeweils erneut die Markierungen auf Fluchtung
prüfen und ggf. nochmals berichtigen.
12. Spannrolle bzw. Spannvorrichtung endgültig auf korrekte Spannung einstellen - ein
evtl.
vorhandenes (Riemen-)Spannungsprüfgerät sollten Sie
dann auch benützen - und sämtliche
Schraube/n mit dem richtigem Anzugsdrehmoment wieder festdrehen.
13. a) Zahnriemenabdeckung wieder anbringen.
b) Alle abgebauten (ggf. neue) Teile wieder montieren.
(Bei den oben erwähnten VW/Audi-Turbomotoren und anderen
neueren Motoren die oben
beschriebenen Arbeiten wieder in umgekehrter Reihenfolge
durchführen und alles wieder
auf den vorherigen Stand bringen.)
14. Massekabel wieder an Batterie/Akku anklemmen.
15. a) Motor starten.
b) Heult oder pfeift der Zahnriemen im Betrieb, so ist
seine Spannung zu hoch.
Schlägt er gegen die Abdeckung,
ist die Riemenspannung zu niedrig.
In jedem dieser beiden Fälle ist
die Zahnriemenspannung zu berichtigen!
b) Erforderliche weitere Einstellungen vornehmen. (Nicht
vergessen, nach einem Zahn-
riemen- oder Teilewechsel an diesem
System die Zündung bzw. Einspritzung nochmals
zu überprüfen und nötigenfalls
wieder genau einzustellen.)
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