Spachteln, Schleifen, Füllern

Werkzeug, Hilfsmittel, Teile

je nach
Fläche
Spachtelmassen und evtl. Glasfasermaterial
(die Arten ergeben sich aus Beschreibung und Tabelle unten)
spachtelmaterial.gif (3607 Byte)
versch. Schleifmaterial (siehe Beschreibung und Tabelle unten) schleifscheiben.jpg (3300 Byte)
div. Schleifwerkzeug (z.B. Klotz und/oder Schwamm für kleine Stellen,
Winkelschleifer und/oder Schwingschleifer für größere Flächen)
schleifmaterial.gif (3147 Byte)
winkelschleifer.jpg (2490 Byte)schwingschleifer.gif (3903 Byte)
div. Werkzeug zum Ab- und Anbauen einiger Teile werkzeugkoffer.gif (5827 Byte)
wenn
möglich
eine Lackierkabine
(oder einen dafür vorbereiteten Raum wie unten beschrieben)
 
1 Atemmaske, am besten mit Aktivkohle
(sehr empfehlenswert und Sicherheitsangelegenheit!)
atemmaske1.jpg (1884 Byte)atemmaske2.jpg (2073 Byte)
--- Abdeckmaterial (z.B. alte Zeitungen, Klebestreifen)  
--- diverses Reinigungsmaterial und Nitro-Verdünnung  

Anleitung

Die Auswahl und Vorbereitung der Spachtelmasse kann sich von Fall zu Fall unterscheiden,
steht aber jeweils auf deren Behälter oder einem beiliegenden Blatt Papier.
Eine Übersicht über die Verwendung und Aufbereitung verschiedener Spachtelmassen
finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Soweit möglich und sinnvoll, sollen die herzurichtenden Teile ab- bzw. ausgebaut und jedes
für sich allein behandelt werden. Wo das vielleicht nicht möglich oder zu aufwändig erscheint,
sind die angrenzenden Teile sehr gut (z.B. mit Zeitungspapier und Klebestreifen) abzudecken.

Angefangen wird an den Teilen und Bereichen, welche mehrere Arbeitsgänge erfordern.
Den Start macht man mit den Kotflügeln.
1. Um kleinere Dellen vom Hämmern sowie Riefen vor dem Schleifen zu glätten, trägt man eine
    dünne Schicht Fein-Spachtel auf vorhandene Kiemen auf.
2. Nach normalerweise etwa fünf Minuten Trockenphase entfernt man überlappende Spachtelreste
    von den eingearbeiteten Luftschlitzen.
3. Weitere 30 Minuten später kommt der Schwingschleifer zum Einsatz.
    Eine Übersicht über die Schleifmittel/Schleifpapiere und einige Sicherheitshinweise dazu
    finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
    Mit 80er-Schleifpapier bestückt, wird der Spachtel zunächst trocken vorgeschliffen. Bei die-
    sem Vorgang sollte man nicht zu fest aufdrücken. Zwar geschieht das mit Krafteinsatz, jedoch
    entstehen sonst ziemlich schnell „Täler“ an den Übergängen zum Blech – und dann darf man
    wieder von vorne anfangen. Also lieber etwas behutsamer schleifen und die Oberfläche öfter
    kontrollieren, indem man mit der Hand darüberstreicht, auch wenn es so etwas länger dauert.
4. Um die Fläche richtig glatt und in Form zu bekommen, bearbeitet der Lackierer die Flügel,
    nacheinander mit 100er und abschließend mit 240er-Papier.
An der Motorhaube gibt es etwas wegen der vorhandenen Schweissnähte und Rundungen/
Biegungen etwas mehr zu tun.
5. a) Jetzt kann man schadhafte Stellen im vorderen Teil der Motorabdeckung erst einmal mit
         einer Schicht Polyester- bzw. Glasfaserspachtel beziehen.
    b) Damit im Anschluss nicht zuviel geschliffen werden muss (wird nämlich sehr hart!), streicht
         man gleich die Masse so glatt wie möglich.
    c) Um die Trocknung zu beschleunigen, kann man z.B. einen Infrarotstrahler darüber so anbrin-
        gen, dass die bearbeitete Fläche rund 20 Minuten lang mit 60 Grad beheizt wird.
    d) Nach Ablauf dieser Zeit wird auch dieser Spachtel so lange abgeschliffen, bis die darüber-
        streichende Hand keine Unebenheiten mehr spürt.
    e) Aufgrund der Porösität des Glasfasermaterials, tragen Lackprofis nun eine Lage Fein-
        Spachtel auf, die im Anschluss – wie bereits bei den Kotflügeln – mit trockenem und nassem
        Schliff bearbeitet wird.
An Türen, Karosserie und Anbauteilen hält sich der Aufwand in Grenzen.
6. In der Regel kommen jeweils evtl. kleinere Beulen an der Beifahrertür und/oder Heckklappe in
    Frage. Ansonsten werden alle Teile nur nass mit 800er-Körnung angeschliffen.
7. a) Nach diesem Arbeitsgang wäscht kann nun endlich der Wagen mit Wasser abgewaschen
         werden, um den Schleifstaub zu entfernen,
    b) bevor er noch sämtliche Teile mit Nitro-Verdünnung gereinigt werden, damit alles fettfrei wird.
8. a) Jetzt schiebt man Haube und Kotflügel in die Lackierkabine bzw. einen entsprechend vorbe-
         reiteten (sauberen, möglichst staubfreien Raum mit sehr guter Be- und Entlüftungsmöglich-
         keit), um den Spritzfüller aufzusprühen. Das ist eigentlich auch eine Spachtelmasse, nur ein-
         fach bedeutend feiner. Diesen füllt man in eine Spritzpistole zieht damit eine dünne Schicht
         über die vorbereiteten Autoteile.
     b) Nach einer etwa einstündigen Trockenzeit kreist der Lackierer zum letzten Mal erst mit trok-
          kenem 400er-Papier und abschließend mit einem 800er-Bogen nass über die gefüllerten
         Teile.
         Diese Prozedur wiederholt er mit den Schürzen, der Heckklappe und den Türen, eben
         überall dort, wo Beulen usw. weggespachtelt wurden.
9. Nach der letzten Trockenphase ist alles fertig und die ausgebauten Teile können wieder dran-
    montiert werden.

Spachtelmassen

spachtelmaterial.gif (3607 Byte) Hauptsächlicher Verwendungszweck
(und Verarbeitungshinweise)
Bei Raumtemperatur (ca.20°C)
Tropfzeit
ca.
Bearbeitbar
nach ca.
Polyester-Füll-
spachtelmasse
als Füllkeber zum Füllen und Ergänzen auf Blech, Glasfaserkunststoff, ABSy 5 min mit Härter 15 min
Polyester-
Fein- und Füll-
spachtelmasse
als Feinspachtel auf anderen Spachtelmassen zur Schnellreparatur von Glasfaserkunststoff-Feinschichten an witterungsausgesetzten Teilen 5 min mit Härter 15 min
Polyester-Faser-
spachtelmasse
zum Ausbessern rostnarbiger Bleche, für fugenfüllende Verklebungen zwischen Blech, Glasfaserkunststoff, ABS, u.a. 7 min mit Härter 15 min
Polyester-Spezial-
spachtelmassen
für (Unter)Wasser
zum Aufarbeiten/Nachstraken von im Wasser liegenden Kunststoff-Teilen aus Glasfaser-Polyesterharz
(je Arbeitsgang höchstens eine 2 mm docke Schicht auftragen)
15 min mit Häerter 3-12
Stunden
Polyester-Leicht-
spachtelmasse
als Leichtspachtel im Modellbau und künstlerischen Bereich 5 min mit Härter 20 min
(Amin-vorbeschich-
tetes) Plyesterharz
zum Tränken/Einlegen von Glasfasermatten/Geweben zur Schadensbehebung bei Rostlöchern in Blech, beschädigten Glasfaserkunststoff-Teilen, zum Leistenanbau an und punktuellen Verstärkung von GFK-Teilen, zur Montage von GFK-Teilen, und zum Beschichten sonstiger kleinerer Bauteile 8 min mit Härter 30 min

Schleifmittel

schleifmaterial.gif (3147 Byte)schleifscheiben.jpg (24558 Byte) Kennungen der maximalen Umfangsgeschwindigkeit:
blau = 50 m/s
gelb = 63 m/s
rot = 80 m/s
grün = 100 m/s
blau/gelb = 125 m/s
balu/rot = 140 m/s
blau/grün = 160 m/s
gelb/rot = 180 m/s
gelb/grün = 200 m/s
rot/grün = 225 m/s
blau/blau = 250 m/s
gelb/gelb = 280 m/s
rot/rot = 320 m/s
grün/grün = 360 m/s
Einschränkungen:
VE1=nicht für Freihand- oder
        handgeführtes Schleifen
VE2=nicht für Freihand-
        Trennscheiben
VE3=nicht für Nassschleifen
VE4=nur für geschlossenen
        Arbeitsbereich
VE5=nur mit Absaugung
VE6=nicht für Seitenschleifen
VE7=nicht für Freihandschleifen
VE8=nicht ohne Stützteller
VE9=nicht für Trockenschleifen
VE10=nicht für Trocken-Trenn-
        Schleifen
VE11=nicht für Freihand- oder
        handgeführtes Trenn-
        schleifen
Körnung grob: 12, 16, 20, 24, 30, 36, 40, 50, 60, 80.
24 und 26 für Rost- und Lackentfernung. 40-80 zum An- und Aufrauhen.
Körnung mittel: 100, 120, 150, 180, 220, 240, 280.
100 zum Vorschleifen glatter Flächen. 150/180 für evtl. Zwischenschliff nach Vorstrich. 220-280 zum Schleifen von Lacken, Mattierungen, Spachtelmassen, Kunststoffen.
Körnung fein: 320, 360, 400, 500, 600. 220-280 zum Schleifen von Lacken, Mattierungen, Spachtelmassen, Kunststoffen. 400-600 zum Nass- und letzten Polierschleifen..
Körnung sehr fein: 800, 1000, 1200, 1500, 2000, 2500. 800-1200 zum Nass- und letzten Polierschleifen.

Bearbeitungsstand: Sommer 2005
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