Löten
- Weichlöten
(für Bastler, ohne Haus-
und Werkstatt-Technik)
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Werkzeug, Teile, Material
Anleitung
Einfaches Weichlöten
("Weichlöten" heisst es lt. DIN 8505 bis maximal
bis 450°C, "Hartlöten" bis 900°C,
"Hochtemperaturlöten" über 900°C im Vakuum oder unter
Schutzgas)
1. Evtl. verschmutze Lötstellen vor
dem Löten reinigen und - falls möglich -
mechanisch miteinander verbinden (z.B.
Leitungsadern verdrillen)!
Auch die Lötspitze muss immer ganz sauber sein! |
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2. a) Lot/Lötzinn
auswählen (Das übliche Weich-Lot bzw. "Lötzinn" ist
bisher
eine hauptsächlich
aus Zinn und Blei, ausserdem Antimon, Silber, Kupfer,
bestehende
Legierung nach DIN 1707, evtl. Zink, Cadmium, Bismuth):
- Für Feinblech
braucht man PbSn40 (40% Zinnanteil);
- Zum Verzinnen nimmt
man Sn60Pb (60% Zinnanteil);
- An Elektroteilen
wird Sn50PbCu (50% Zinnanteil+1% Kupfer) verwendet;
- In der Elektronik
wird Sn60PbAg (60% Zinnanteil+4% Silber oder
2%
Kupfer) benutzt.
b) Bei Elektro/nik (z.B. für Leiterplatten oder
Leitungsverbindungen kommen
(Lötzinn-)Drahtstärken von
0,5 bzw. 1-1,5 mm Durchmesser zum Einsatz. |
Wichtiger
Hinweis:
Aufgrund EU-Richtli-
nie (RoHS) sowie
Elektro- und Elektro-
gerätegesetz darf
ab Juli 2006 nur noch
"bleifreies" Lot zur
Anwendung kommen!
(Evtl. beim Einkauf
dieses nachfragen)
Die Schmelzpunkte
können sich daher
bei den neuen Lot-
Materialien - insbe-
sondere bei Mischun-
gen - sowohl nach
unten wie meistens
aber nach
oben ver-
schieben
(siehe zus.
Tabelle. "Eutektikum"
ist das "Lötzinn") |
3. Richtigen Lötkolben bzw.
Einstellung für die erforderliche Leistung (Watt)
oder Verarbeitungstemperatur (hier °C) auswählen.
Benötigt wird z.B. für
- Feinblech/PbSn40: 235°C
- Verzinnen/Sn60Pb: 183°C
- Elektroteile/Sn50PbCu: 190°C
- Elektronik/Sn60PbAg/Sn60PbCu: 179-185°C.
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| Schmelzpunkte
der neuen Lötmaterialien und das mögliche Absinken des
Schmelzpunktes bei der Mischung mit bisherigem
bleihaltigen Lötzinn |
| Legierung |
Sn95,5Ag3,8Cu0,7 |
Sn96Ag4 |
Sn99Cu |
Sn95Sb5 |
Bi57Sn43 |
| Schmelzpunkt
°C |
217 |
221 |
227 |
236 |
138 |
| Eutektikum
mit Blei °C |
179 |
179 |
183 |
183 |
96 |
| Quelle:
Stannol |
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4.
a) Bei Bedarf eine andere Lötspitze (Größe, Form, Material) in den
kalten/
abgekühlten (!)
Lötkolben einsetzen (ist i.d.R. mit Fixierschraube befestigt).
- Zur
Platinenverarbeitung eignen sich am besten
"Bleistiftspitze"-ähnliche,
- universal geeignet
sind "Meisselform"-artige (siehe Skizze),
- die mit
abgeschrägter Spitze dienen größerflächiger Wärmeübertragung.
Beachte: Eine
neue/unbenutzte Lötspitze sollte immer zuerst mit einer
Lotschicht/Lötzinn
überzogen werden ([Vor-]Verzinnen, siehe Skizze)!
b) Den Lötkolben auf der vorgesehenen Halterung
ablegen (!),
mit der Stromquelle
verbinden und ca. 2-3 Minuten heiss werden lassen
(mit der Lötpistole geht
es meistens schneller). |

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5. a) Zunächst etwas
Lötzinn auf die Lötspitze auftragen und diese solange
mit der Lötstelle in
Kontakt bringen, bis die Teile so heiss sind, dass
das Lot zu schmelzen
beginnt.
b) Jetzt Lötzinn an der Lötstelle (nicht
mehr auf der Lötspitze) aufbringen
und die heisse
Lötspitze mit der Lötstelle in Kontakt lassen, bis das
Lötzinn völlig an
der geplanten Verbindung zerflossen ist (dauert
normalerweise nur
wenige Sekunden; aber Extra-Vorsicht an Elektronik!).
Dabei sollte nur
soviel Lot eingesetzt werden, dass die Form/Kontur der
Leitungs- bzw.
Bauteileanschlüsse noch im Lot zu erkennen ist. Über-
flüssiges
Flussmittel an der Lotstelle sollte gleich wieder entfernt werden.
c) Schließlich Lötspitze von ggf.
überschüssigem Lötzinn und Flussmittel
befreien, Lötkolben
wieder in/auf der Ablagevorrichtung ablegen,
und die Lötstelle
mit dem aufgebrachten Lot abkühlen/erstarren lassen! |
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Einfaches Entlöten
Entweder:
1. Lötstelle (z.B. mit Lötkolben/Lötpistole, ist vielleicht etwas
schwierig) erhitzen,
bis das Lot flüssig wird
2 Sofort die (gespannte) Entlötpumpe daraufsetzen und
auslösen/absagen
und anschließend eventuelle Reste/Rückstände
entfernen.
Oder:
1. Entlötlitze (feines Drahtgeflecht) zwischen Lötstelle und
Lötspitze erhitzen
2. Entlötlitze mit dem nun dort eingeflossenen Lot von der Lötstelle
wegnehmen
und ggf. noch Reste/Rückstände entfernen.
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ACHTUNG!

1. Beachten Sie immer sämtliche Sicherheitsbestimmungen und machen Sie sich
vor dem Lötbeginn mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verbrennung vertraut!
2. Legen Sie den heissen Lötkolben immer in/auf der vorgesehenen
Halterung (Ständer)
ab, sonst BRANDGEFAHR!
3. Größte Vorsicht ist beim Löten an elektronischen Bauteilen
wie z.B. LED geboten,
damit diese nicht zu heiss und beschädigt
werden!
4. Weichgelötete Lötstellen sind stromleitfähig, aber
meachnisch nicht sehr belastbar! |
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TIPP
1. Neue Lötspitze immer zuerst mit einer Lot-/Zinnschicht überziehen.
2. Lötdraht stets zusammen mit einem Fließmittel verwenden.
3. Weichgelötet werden können
- mit Lötkolben: z.B. Zinn, Zink, Blei, Kupfer
und -legierung, sehr weicher Stahl, ggf. Rotguss;
- mit Lötpistole: auch thermoplastische
Werkstoffe und größerflächigere Teile aus o.a. Material.
4. Eine "kleine" Lötfibel
kann man hier aus dem Internet herunterladen; Praxistipps für
Anfänger
gibt es hier,
für Elektronik/Fortgeschrittene hier,
eine Kurzanleitung zum Löten von Halbleiter-
elementen wie Dioden bzw. LED's hier. |
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RECHT
Beachten Sie
stets, dass bei eigenen Lötarbeiten an Geräten/Bauteilen
eventuell Ihre Garantie- und Gewährleistungsansprüche
verlorengehen! |
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I.O. (2005, ergänzt 1/2006), © Tuning-Lobby
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