Löten - Weichlöten
(für Bastler, ohne Haus- und Werkstatt-Technik)

Werkzeug, Teile, Material

1 Elektrischer Lötkolben oder Lötpistole - für Elektronik bis 25/30 Watt,
universal 30-40 Watt, für Kupferleiter mit 2,5-6mm2 Querschnitt ab
50 (-150) Watt - und (Metall-)Ablageständer oder Lötstation (Bild)

1 Lot (Lötdraht/"Lötzinn") und Flussmittel
("Lötwasser" oder "Lötfett" zum Weichlöten, Kennzeichen: W)

1 Reinigungsmittel für Lötstelle/n (z.B. Reinigungsalkohol) und Lötspitze
(z.B. Salmiak-Stein für Kupferspitzen und/oder Viskose-Schwamm)

1 Evtl. rutschfeste Gummi/Halon-Arbeitsmatte und Klemm-Halterung
(sog. "dritte Hand" zum Einklemmen der zu bearbeitenden Teile)

1 Nur zum Entlöten:
Entlötpumpe/Lotsaugpumpe oder Entlötlitze

Anleitung

Einfaches Weichlöten
("Weichlöten" heisst es lt. DIN 8505 bis maximal bis 450°C, "Hartlöten" bis 900°C,
"Hochtemperaturlöten" über 900°C im Vakuum oder unter Schutzgas)

1. Evtl. verschmutze Lötstellen vor dem Löten reinigen und - falls möglich -
    mechanisch miteinander verbinden (z.B. Leitungsadern verdrillen)!
    Auch die Lötspitze muss immer ganz sauber sein!
2. a) Lot/Lötzinn auswählen (Das übliche Weich-Lot bzw. "Lötzinn" ist bisher
         eine hauptsächlich aus Zinn und Blei, ausserdem Antimon, Silber, Kupfer,
         bestehende Legierung nach DIN 1707, evtl. Zink, Cadmium, Bismuth): 
         - Für Feinblech braucht man PbSn40 (40% Zinnanteil);
         - Zum Verzinnen nimmt man Sn60Pb (60% Zinnanteil);
         - An Elektroteilen wird Sn50PbCu (50% Zinnanteil+1% Kupfer) verwendet;
         - In der Elektronik wird Sn60PbAg (60% Zinnanteil+4% Silber oder
           2% Kupfer) benutzt.
    b) Bei Elektro/nik (z.B. für Leiterplatten oder Leitungsverbindungen kommen
        (Lötzinn-)Drahtstärken von 0,5 bzw. 1-1,5 mm Durchmesser zum Einsatz.
Wichtiger Hinweis:

Aufgrund EU-Richtli-
nie (RoHS) sowie
Elektro- und Elektro-
gerätegesetz darf
ab Juli 2006 nur noch
"bleifreies" Lot zur
Anwendung kommen!
(Evtl. beim Einkauf
dieses nachfragen)
Die Schmelzpunkte
können sich daher
bei den neuen Lot-
Materialien - insbe-
sondere bei Mischun-
gen - sowohl nach
unten wie meistens
aber nach oben ver-
schieben (siehe zus.
Tabelle. "Eutektikum"
ist das "Lötzinn")
3. Richtigen Lötkolben bzw. Einstellung für die erforderliche Leistung (Watt) 
    oder Verarbeitungstemperatur (hier °C) auswählen. Benötigt wird z.B. für
    - Feinblech/PbSn40: 235°C
    - Verzinnen/Sn60Pb: 183°C
    - Elektroteile/Sn50PbCu: 190°C
    - Elektronik/Sn60PbAg/Sn60PbCu: 179-185°C. 
Schmelzpunkte der neuen Lötmaterialien und das mögliche Absinken des Schmelzpunktes bei der Mischung mit bisherigem bleihaltigen Lötzinn
Legierung Sn95,5Ag3,8Cu0,7 Sn96Ag4 Sn99Cu Sn95Sb5 Bi57Sn43
Schmelzpunkt °C 217 221 227 236 138
Eutektikum mit Blei °C 179 179 183 183 96
Quelle: Stannol
4. a) Bei Bedarf eine andere Lötspitze (Größe, Form, Material) in den kalten/
         abgekühlten (!) Lötkolben einsetzen (ist i.d.R. mit Fixierschraube befestigt).
         - Zur Platinenverarbeitung eignen sich am besten "Bleistiftspitze"-ähnliche,
         - universal geeignet sind "Meisselform"-artige (siehe Skizze),
         - die mit abgeschrägter Spitze dienen größerflächiger Wärmeübertragung.
         Beachte: Eine neue/unbenutzte Lötspitze sollte immer zuerst mit einer
         Lotschicht/Lötzinn überzogen werden ([Vor-]Verzinnen, siehe Skizze)!
    b) Den Lötkolben auf der vorgesehenen Halterung ablegen (!),
        mit der Stromquelle verbinden und ca. 2-3 Minuten heiss werden lassen
        (mit der Lötpistole geht es meistens schneller).


5. a) Zunächst etwas Lötzinn auf die Lötspitze auftragen und diese solange
         mit der Lötstelle in Kontakt bringen, bis die Teile so heiss sind, dass
         das Lot zu schmelzen beginnt.
     b) Jetzt Lötzinn an der Lötstelle (nicht mehr auf der Lötspitze) aufbringen
         und die heisse Lötspitze mit der Lötstelle in  Kontakt lassen, bis das
         Lötzinn völlig an der geplanten Verbindung zerflossen ist (dauert
         normalerweise nur wenige Sekunden; aber Extra-Vorsicht an Elektronik!).
         Dabei sollte nur soviel Lot eingesetzt werden, dass die Form/Kontur der
         Leitungs- bzw. Bauteileanschlüsse noch im Lot zu erkennen ist. Über-
         flüssiges Flussmittel an der Lotstelle sollte gleich wieder entfernt werden.
     c) Schließlich Lötspitze von ggf. überschüssigem Lötzinn und Flussmittel
         befreien, Lötkolben wieder in/auf der Ablagevorrichtung ablegen,
         und die Lötstelle mit dem aufgebrachten Lot abkühlen/erstarren lassen!
 

Einfaches Entlöten

Entweder:
1. Lötstelle (z.B. mit Lötkolben/Lötpistole, ist vielleicht etwas schwierig) erhitzen,
    bis das Lot flüssig wird
2  Sofort die (gespannte) Entlötpumpe daraufsetzen und auslösen/absagen
    und anschließend eventuelle Reste/Rückstände entfernen.
Oder:
1. Entlötlitze (feines Drahtgeflecht) zwischen Lötstelle und Lötspitze erhitzen
2. Entlötlitze mit dem nun dort eingeflossenen Lot von der Lötstelle wegnehmen
    und ggf. noch Reste/Rückstände entfernen.

 

 

 

 


ACHTUNG!

1. Beachten Sie immer sämtliche Sicherheitsbestimmungen und machen Sie sich
     vor dem Lötbeginn mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verbrennung vertraut!
2. Legen Sie den heissen Lötkolben immer in/auf der vorgesehenen Halterung (Ständer)
    ab, sonst BRANDGEFAHR!
3. Größte Vorsicht ist beim Löten an elektronischen Bauteilen wie z.B. LED geboten,
    damit diese nicht zu heiss und beschädigt werden!
4. Weichgelötete Lötstellen sind stromleitfähig, aber meachnisch nicht sehr belastbar!
TIPP
1. Neue Lötspitze immer zuerst mit einer Lot-/Zinnschicht überziehen.
2. Lötdraht stets zusammen mit einem Fließmittel verwenden.
3. Weichgelötet werden können
    - mit Lötkolben: z.B. Zinn, Zink, Blei, Kupfer und -legierung, sehr weicher Stahl, ggf. Rotguss;
    - mit Lötpistole: auch thermoplastische Werkstoffe und größerflächigere Teile aus o.a. Material.
4. Eine "kleine" Lötfibel kann man hier aus dem Internet herunterladen; Praxistipps für Anfänger
    gibt es hier, für Elektronik/Fortgeschrittene hier, eine Kurzanleitung zum Löten von Halbleiter-
    elementen wie Dioden bzw. LED's hier.
RECHT

Beachten Sie stets, dass bei eigenen Lötarbeiten an Geräten/Bauteilen
eventuell Ihre Garantie- und Gewährleistungsansprüche verlorengehen!


I.O. (2005, ergänzt 1/2006), © Tuning-Lobby
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