Federweg und/oder Federn kürzer

In den folgenden Anleitungen wird davon ausgegangen, dass
=> die eingebauten Stoßdämpfer noch gut sind und deshalb drinnenbleiben;
=> bei dem/der Anwender/in schon gewisse Erfahrung - und Vorsicht - herrscht.

Federwegbegrenzung

Werkzeug, Teile, Material

1 oder
mehrere
Federwegbegrenzer je Federbein
(in der/den gewünschten Dicke/n)
1 Messer (zum Zuschneiden,
falls das Material der Teile dies zulässt)
 
1 (Senkrecht-)Wagenheber,
Radmutternschlüssel, usw.
2 Unterstellböcke (oder ausreichd viele dicke, breite, Vierkant-Holzblöcke)
1 gut bestückter Kfz-Werkzeugkasten

Anleitung

je Fahrwerk/Federbein:
1. Auto aufbocken und Rad abnehmen
2. Fahrwerk/Federbein ausbauen
3. Federwegbegrenzer über die Kolbenstange des Dämpfers schieben
4. Federteller des Federbeins bis zum Anschlag nach unten drehen, sodass
    die Feder nun "frei", d.h. praktisch ohne Halt liegt
5. Dieses Federbein so wieder einbauen
6. Rad wieder montieren und Auto langsam herunterlassen
    und nachschauen, wo der Federwegbegrenzer einsetzt
7. Erst jetzt den eingebauten Federwegbegrenzer wieder soweit verkürzen,
    bis der Reifen nicht mehr schleifen kann - und eine Idee weiter -. Dazu:
    Wenn nach Material des Federwegbegrenzers möglich, kann man ihn mit
    einem Messer oben entsprechend zuschneiden, ansonsten jetzt diesen
    Federwegbegrenzer gegen einen anderen/genau(er) passenden austau-
    schen. (Tuning-Lobby bietet deshalb
Federwegbegrenzer in verschiedenen
    Stärken/Dicken an, die Sie
hier auswählen können.)
8. Daraufhin das Fahrwerk auf die so ermittelte Höhe zuzüglich erwünschten
    (Rest-)Federweg (laut TÜV mindestens 3 cm) einstellen
für alle:
9. Probe/Testfahrt durchführen, wobei schon eine rauhere Fahrbahn (mit ak-
    zeptablen Löchern und Ausbuchtungen), wobei nun aber an Fahrwerk und
    Reifen nichts mehr schleifen darf.
    Anderenfalls muss sofort (möglichst an Ort und Stelle) nachgestellt werden!

Kürzere Federn

Werkzeug, Teile, Material

1 kürzere Feder je Federbein
(in der gewünschten Größe 30-60)
2 Federspanner (meistens reichen Universal-Feder-
spanner, für besondere Federbeine werden jedoch
spezielle und stärkere Federspanner gebraucht)
1 Werkzeugkasten mit guter Kfz-Werkzeug-Bestückung,
insbesondere Schraubenschlüssel verschiedener
Größen (von einigen sollte ohnehin mehrere besitzen)
1 hydraulischer Senkrecht-Wagenheber, Radmutternschlüssel, usw.
2 Unterstellböcke (oder ausreichend viele dicke und
breite Vierkant-Holzblöcke)
1 Helfer/in  

Anleitung

Hinterachse:

1. Kfz an der Hinterachse so anheben, dass die Federn entspannt sind /frei hängen.
    Mit einem Senkrechtheber braucht man dazu einfach nur hochzupumpen und
    festsetzen; bei Verwendung eines größeren Wagenhebers muss man - aus nicht
    zu unterschätzenden Sicherheitsgründen - richtig aufbocken, indem man solange
    (am besten dicke und breite Holzklötze) unterlegt, bis die Hinterachse darauf an-
    steht, sodass man das Auto nun etwas ablassen kann, bis es dort sicher aufliegt.
    ACHTUNG: Das Fahrzeug unbedingt gegen Kippen und Rollen sichern!!!
Anschließend je Feder(bein):
2. Unten die Schraube des Stossdämpfers öffnen und abnehmen, worauf dieser
    dann nur noch lose dranhängt.
3. Fzg - am besten durch eine/n Helfer/in - an der Hinterachse soweit höherstellen
    (und immer wieder absichern!), bis die Feder locker freiliegt.
4. Jetzt unbedingt die Einbaulage (= Drehrichtung dieser Feder) merken, und sie
    dann einfach herausheben.
5. Eine der neuen Federn genau in der gleichen Lage/Drehrichtung einsetzen.
6. Die anfangs entnommene Schraube des Stoßdämpfers wieder ansetzen und
    ganz festziehen!
7. Fahrzeug wieder ablassen.

Vorderachse:

8. Wie beschrieben anheben und arrettieren bzw. aufbocken (zu Letzterem wird
    aber hier ein wirklich geeigneter fester Aufliegepunkt benötigt) sowie sichern!
Anschließend je Rad:
9. Die Schraube/n des Achsschenkels öffnen und abnehmen.
10. Vorsichtig so nach unten ziehen, dass sich zwar die Verbindung zwischen
       Achsschenkel und Federbein löst, a b e r  dabei die Achswelle nicht heraus-
       rutscht (Anderenfalls läuft das Öl des Achsgetriebes aus und muss danach
       unbedingt mit dem gleichen wieder aufgefüllt werden!).
11. Kfz langsam wieder ablassen.
12. Nun die Schraube/n des Domtellers lösen.
13. Federbein vorsichtig herausziehen.
14. Federbein in den Federspanner stecken und die Feder durch langsames
      Zudrehen des Federspanners zusammendrücken.
15. Daraufhin kann auch die Schraube am Domteller gelöst und der Stoßdämpfer
      entnommen werden.
16. Feder im Federspanner durch Aufdrehen desselben wieder ganz entspannen
      und die e n t spannte  Feder herausziehen.
17. Danach wird dort eine neue Feder eingesetzt und mit dem Federspanner
      zusammengedrückt.
18. Nun kann der Stoßdämpfer wieder eingepasst werden.
19. Schließlich wird auch der Domteller wieder ordentlich angeschraubt.
20. Jetzt die Feder durch Aufdrehen des Federspanners wieder entspannen
       und bei  e n t spannter  Feder das ganze Federbein wieder herausnehmen.
21. Federbein in umgekerter Reihenfolge wieder einbauen:
      a) Federbein im Auto einsetzen
      b) Domtellerschraube fest anziehen
      c) Fahrzeug anheben/aufbocken und sichern
      d) Achsschenkel mit Federbein verbinden (Achsgetriebeöl?!)
      e) Schraube/n des Achsschenkels wieder gut andrehen.
Zum Schluss:
22. Fzg nochmal leicht anheben sowie ggf. nach und nach Klötze/Bock entfernen
      und weiter langsam ablassen.
23. Noch einmal kontrollieren,
      a) ob alles wieder einwandfrei festgeschraubt wurde - und keine übrigblieb -
      b) ob auch die Schrauben  - wo nötig - wieder ordentlich gesichert wurden
24. Probe-/Testfahrt durchführen.

 
ACHTUNG
1. Die Feder muss beim Spannen so gut sitzen, dass sie im gespannten
    Zustand nicht auskommt, sonst besteht Lebensgefahr! Auch wenn Pro-
    fis das mit einem (sehr guten) Federspanner machen, empfehlen wir aus
    Sicherheitsgründen dringendst, das lieber mit z w e i   Federspannern zu
    erledigen! Von der mancherorts lesbaren Notlösung mit Verzurr-Gurten
    anstelle richtiger Federspanner raten wir unbedingt ab!
2. Das Absägen der Original-Federn ist zwar möglich und erfüllt nachher
    zumindest optisch denselben Zweck (Tieferlegung), allerdings sind so
    gekürzte Federn danach entweder nicht mehr so stark belastbar oder
    - dieser Fall tritt häufiger auf - sitzen nicht mehr so gut wie davor und
    vermindern damit trotz tieferen Fzg-Schwerpunkts die Fahrsicherheit!
3. Zum Aufbocken sind Metall-Unterstellböcke den Vierkant-Holzblöcken
    auf jeden Fall schon aus Gründen der Sicherheit vorzuziehen. Von der
    Verwendung von Ziegelsteinen hierfür wird ausdrücklich abgeraten!

TIPP    Anzugsdrehmomente (für  n e u e  Schrauben):
ABS-Sensor-Befestigungsschraube am
(Gewinde-) Federbein:
8 Nm
Bremssattel am (Gewinde-) Federbein: 95 Nm
Kronenmutter am Achsschenkel-Führungsgelenk: 70 Nm (und weiterdrehen, bis
der Splint wieder reinpasst)
Kronenmutter der Gelenkwelle: Erst mit 130 Nm anziehen, da-
nach wieder lösen, dann end-
gültig mit 20 Nm anschrauben
(und um 80° weiderdrehen) und
soweit, dass der Splint wieder
reinpasst
Selbstsichernde Mutter des Spurstangengelenks: 60 Nm
Stoßdämpfer- bzw. (Gewinde-) Federbein- Befestigungsmutter oben: 55 Nm (und weiterdrehen, bis
der Splint wieder reinpasst)
evtl. 70 Nm bei "alter" Schraube
Befestigungsschraube am oberen Teller: 20 Nm (und um 90° weiterdrehen)

RECHT
Im Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, 190500/8-II/B/5/00 vom 03.08.2000 wird für Deutschland bestimmt, daß die Bodenfreiheit eines am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmenden Kfz/Pkw mindestens noch 11 cm betragen muss.

Das bedeutet, dass nach der durchgeführten Tieferlegung eines Kfz/Pkw noch eine Schwelle mit einer Höhe von 11 cm und einer Breite von 80 cm mit dem mit Fahrer besetzten Fahrzeug mittig berührungslos überfahren werden können muss, wobei Karosserie/Spoiler-Teile aus elastischem Material unberücksichtigt bleiben.
Für diese Teile (z.B. Gummilippen) gilt nur eine Mindestbodenfreiheit von 8 cm.

I.O. 2005, ©Tuning-Lobby
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