Einbau von
Gewindefahrwerk und Tieferlegungsfedern

 

Anleitung für die Vorderachse

1. Selbstverständlich sind vorher stets die Handbremse anzuziehen und ein Gang einzulegen,
    jedoch das Kfz noch nicht aufzubocken!
2. Begonnen wird
    a) an der Achswelle mit dem Entsplinten und Abschrauben der Kronenmutter
    b) sowie dem Loslösen der Radschrauben
3. Erst jetzt wird das Fahrzeug aufgebockt und das Rad abgenommen.

4. Zum Ausbauen folgen:
    a) Abziehen der elektrischen Leitung und Abschrauben des ABS-Sensors einschließlich Halterung
    b) Abbau des Bremssattels (Vorsicht! Den Bremsschlauch dabei nicht entfernen! Sollte es doch
        passieren, das Bremssystem unbedingt wieder entlüften!) und Anbinden/Aufhängen desselben
        mit Schnur oder Draht
    c) Spurstangengelenk demontieren und herausdrücken
    d) Sicherungssplint aus der Querlenker-Führung entnehmen, die dortige Kronenmutter öffnen,
        und das Führungsgelenk herausdrücken
    e) Gelenkwelle manuell oder mit einem Abzieher aus der Vorderradnabe schieben
    f) Herausrutschen des Federbeins durch Sichern/Abstützen verhindern
    g) Danach kann bei gleichzeitigem Drücken gegen die Stoßdämpfer-Kolbenstange der Federbein-
        Dom losgeschraubt  und das Federbein nach unten herausgenommen werden

5. Sollen auch kürzere bzw. sog. Tieferlegungsfedern eingebaut werden, ist jetzt die Feder auszutau-
    schen (Der Vorgang kann im unteren Abschnitt dieser Kurzanleitung nachgelesen werden.), an-
    sonsten geht es weiter mit

6. Zum Einbauen folgen:
    a) Anschrauben des ABS-Sensors am (neuen) Gewindefederbein mit 8 Nm Drehmoment
    b) Danach Gewindefederbein von unten her wieder hineinschieben und bei wiederum gleichzeiti-
        gem Dagegenhalten an der Stoßdämpfer-Kolbenstange, die obere Befestigungsmutter zusam-
        men mit der Anschlagscheibe auf/einlegen und gleich mit 55 Nm anziehen
    c) Nun sollte man noch die Gelenkwellenverzahnung reinigen und wieder ölen.
    d) Gelenkwelle in die Vorderradnabe hineinstecken und eine neue Kronenmutter draufschrauben
    e) Das Führungsgelenk ebenso mit neuer Kronenmutter bei 70 Nm am Achschenkel anschrauben
        und ggf. noch solange weiterdrehen, bis sich der Sicherungssplint wieder durchstecken und
        umlegen lässt
    f) Das Spurstangelenk wird ebenfalls neuer, aber selbstsichernder Mutter bei 60 Nm angezogen
    g) Das Anschrauben des Bremssattels am Gewindefederbein erfolgt nun mit 95 Nm
    h) Und schließlich ist die lose elektrische Leitung wieder mit dem bereits angebauten ABS-Sensor
        zu verbinden.

7. Darauf wird auch das Rad wieder montiert; und endlich darf man das Fahrzeug wieder herablassen.
8. Schließlich ist noch
    a) die Kronenmutter an der Gelenkwelle zunächst mit 130 Nm festzudrehen, danach wieder auf-
        und jetzt aber nur noch mit 20 Nm anzuschrauben sowie um 80° weiterzudrehen
    b) wie auch ein (neuer) Sicherungssplint draufzustecken und umzubiegen.
9. Nach Bedarf den eingelegten Gang wieder herausnehmen und die Handbremse wieder lösen.


ACHTUNG

         Allgemeines

  1. Tieferlegungsfedern und Gewindefahrwerke sind immer nach der gültigen Werksvorschrift des Fahrzeughalters einzubauen. Deshalb wird Nichtfachkundigen empfohlen, das in einer Fachwerkstatt oder durch einen authorisierten Händler durchführen zu lassen.
  2. Die im normalerweise beiliegenden Teilegutachten aufgeführten Hinweise und Auflagen
    sind unter allen Umständen einzuhalten.
  3. Bei unsachgemäßem Einbau oder Änderungen bzw. bei unsachgemäßer Verwendung
    der betreffenden Komponenten erlöschen nämlich in der Regel die Garantie- und Ge-
    währleistungspflichten des Produzenten, der/des Produkthafter/s und der/des Lieferers.

          Vor dem Einbau von Gewindefahrwerken

müssen in jedes Gewindefederbein erst noch in einer Fachwerkstatt ein neues Radlager und die richtige Vorderradnabe eingepresst werden!

Nach dem Einbau von Tieferlegungsfedern

  1. muss die Federkennzeichnung auch von außen gut lesbar sein.
  2. muss das Fahrzeug neu vermessen werden, d.h. Spur und Sturz sind neu einstellen.
  3. muss eine ausreichende Federvorspannung vorhanden sein, d.h. die völlig entlasteten
    Federn müssen oben und unten im Federteller geführt sein. Fallen sie aus den Federtel-
    lern heraus, sind unbedingt Stoßdämpfer mit kürzeren Kolbenstangen einzusetzen.

          Darüberhinaus ist zu beachten,

  1. dass die angegebenen Tieferlegungsangaben meistens Circa-Angaben sind und sich
    auf Neufahrzeuge mit Serienfahrwerken, aber nicht auf Fahrzeuge mit Sportfahrwerken
    oder Gasdruckstoßdämpfern (mit diesen darf die Tieferlegung bis zu 20 mm kleiner sein)
    beziehen. Die im solchen Gutachten angegebenen Tieferlegungsraten sind überdies
    meistens Richtwerte, von denen bei verschiedenen Ausstattungsvarianten und Fahrzeug-
    toleranzen bis zu 30mm abgewichen werden kann. Ausserdem können die Tieferlegungs-
    raten bei (betagteren) Fahrzeugen mit hoher Kilometerleitung durch sogenannte Setzver-
    luste der Serienfedern geringer ausfallen.
  2. bei Fahrzeugen mit langen End-Anschlaggummis (z.B. einige VW- und Opel Modelle)
    solche Anschlaggummis auf der Vorderachse entsprechend den Vorgaben im Teilegut-
    achten gekürzt werden müssen, um einen noch ausreichenden Restfederweg und die
    geplante Tieferlegungsrate zu erreichen. ACHTUNG! Dabei dürfen die Gummipuffer
    nie ganz entfernt werden, weil sonst die Stoßdämpfer zerstört werden und möglicher-
    weise gleichzeitig die Produkt-Garantie und/oder sogar die des Fahrzeugs erlischt.

haken.jpg (1104 Byte) TIPP    Anzugsdrehmomente (für  n e u e  Schrauben/Muttern):
ABS-Sensor-Befestigungsschraube am
(Gewinde-) Federbein:
8 Nm
Bremssattel am (Gewinde-) Federbein: 95 Nm
Kronenmutter am Achsschenkel-Führungsgelenk: 70 Nm (und weiterdrehen, bis
der Splint wieder reinpasst)
Kronenmutter der Gelenkwelle: Erst mit 130 Nm anziehen, danach wieder lösen,
dann endgültig mit 20 Nm anschrauben (und um
80° weiderdrehen) und soweit, dass der Splint
wieder reinpasst
Selbstsichernde Mutter des Spurstangengelenks: 60 Nm
Stoßdämpfer- bzw. (Gewinde-) Federbein-
Befestigungsmutter oben:
55 Nm (und weiterdrehen, bis der Splint wieder
reinpasst) evtl. 70 Nm bei "alter" Schraube
Befestigungsschraube am oberen Teller: 20 Nm (und um 90° weiterdrehen)

RECHT
Im Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, 190500/8-II/B/5/00 vom 03.08.2000 wird für Deutschland bestimmt, daß die Bodenfreiheit eines am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmenden Kfz/Pkw mindestens noch 11 cm betragen muss.

Das bedeutet, dass nach der durchgeführten Tieferlegung eines Kfz/Pkw noch eine Schwelle mit einer Höhe von 11 cm und einer Breite von 80 cm mit dem mit Fahrer besetzten Fahrzeug mittig berührungslos überfahren werden können muss, wobei Karosserie/Spoiler-Teile aus elastischem Material unberücksichtigt bleiben.
Für diese Teile (z.B. Gummilippen) gilt nur eine Mindestbodenfreiheit von 8 cm.

Bearbeitungsstand: Sommer 2005
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