Ob ein Fehler oder gar Totalausfall der
Zündspule

vorliegt kann so ermittelt werden: |
Es
wird vorausgesetzt, dass es sich hierbei
um eine konventionelle Spulenzündung
mit Unterbrecher handelt. |
a) ohne Prüflampe
Das von der Zündspule kommende Hauptzündkabel aus der Mittelbuchse der
Verteilerkappe ziehen und
den Verteilerdeckel abnehmen. Jetzt muss ein großer Gang eingelgt und das Auto so
weit geschoben wer-
den, bis sich die Unterbrecherkontakte schließen. Nun ist nur die Zündung
einzuschalten, aber n i c h t
starten! Dann hält man das freiliegende Zündkabelende mit einer isolierten Zange
oder z.B. einer Holzklemme
(eine sehr große Wäscheklammer eignet sich dafür ideal) etwa 10 mm nahe an
Masse. Dabei gleichzeitig
den Unterbrecherkontakt (leicht) abheben ( o h n e mit dem dafür verwendeten
Werkzeug an Masse zu kom-
men!), wobei nun zugleich zwischen dem Zündkabelende und der Masse ein Funke
überspringen müsste.
Evtl. ist dies mehrfach zu wiederholen um zu sehen, wann und ob es auch wirklich
einwandfrei funktioniert.
Ein sehr guter/starker Zündfunke kann meistens sogar einen Abstand von ca. 15 mm
überbrücken. Liegt
Strom an und ist die Zündung eingeschaltet, und entsteht trotzdem kein Funke, ist
die Zündspule defekt.
b) mit Prüflampe (oder Summer, oder besser Multi-/Voltmeter)
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Notlösung: Als Prüflampenersatz tut es auch
ein altes Scheinwerferbirnchen, bei
dem wenigstens noch ein Glühfaden i.O. ist, und an das man zwei dünne An-
schlussdrähte - vorteilhaft mit kleiner Klemme - entsprechend anlötet. Meistens
reagieren solche Ersatzlampen sogar schneller als träge Billig-Prüflämpchen. |
Auch hier wird wie bei dem Vorgehen nach a) vorausgesetzt,
dass selbstverstänlich auch der Abstand
der Unterbrecherkontakte genau stimmt. Ansonsten erst nach dem Abnehmen der
Verteilerkappe auf Sau-
berkeit achten und den Abstand der Unterbrecherkontakte kontrollieren bzw. richtig
einstellen! Daraufhin
wir das zum Verteiler führende Zündkabel von Klemme 1 der Zündspule abgeklemmt
und stattdessen zwi-
schen dieser Klemme und dem freien Hauptzündkerzenkabel die Prüflampe (kann man
sich auch selbst
ganz einfach basteln) angesetzt. Jetzt ist geradeso wie beim obigen Verfahren die
Zündung einzuschalten
(aber nicht anlassen!) und das Auto langsam vorwärts zu schieben. Leuchtet nun die
Prüflampe auf, sobald
sich der Unterbrecherkontakt schließt und erlischt unverzüglich wieder, wenn sich
der Unterbrecherkontakt
öffnet, dürfte dieser sogenannte Primärstromkreis in Ordnung sein. Anderenfalls
liegt höchstwahrscheinlich
ein Fehler/Mangel an der Zündspule selbst vor.
Die Methode m i t Prüflampe ist von diesen beiden die genauere.
Nach dem Check aber die Zündung sofort wieder ausschalten und alles
zusammenbauen!
Es wird darauf hingewiesen, dass die hier beschriebenen Vorgehensweisen nur behelfs-
mäßige Möglichkeiten und daher gegenüber elektronischer Messung natürlich ein wenig
ungenaue Methoden aufzeigt.
Den eingebauten Zündverteiler und Unterbrecher
kann man so prüfen und pflegen:
Gleich zu Beginn ist sicherzustellen, dass alle Zündkabel auch wirklich gut in den
Buchsen des Verteiler-
deckels sitzen - wie es sein soll! Dazu sind zuerst die Schutzkappe auf dem
Verteiler abzunehmen und
die Gummischützer an den Buchsen ein wenig über die Zündkabel zurückzuschieben.
Dann drückt man
die Kabelenden fest in die Buchsen und stülpt die Gummikappen wieder abschließend
darüber. Danach
sind je nach Verteilerbauart entweder die Spannverschlüsse an Verteilerkappe/-deckel
zu lösen oder die
Schrauben zu öffnen. Nun kann der Deckel abgenommen werden.

Dieser Verteilerdeckel muss immer insgesamt, vor allem aber an der Innenwand
vollkommen trocken und
sauber sein! Eventuell mit einem ganz trockenen Tuch auswischen. Graue oder
schwarze dünne Streifen
sind ein deutlicher Hinweis auf Kriechströme oder gar Harrisse, aufgrund derer
dieser Verteilerdeckel unbe-
dingt sofort gegen einen neuen ausgetauscht werden sollte.
Der in der Mitte befindliche Kohlestift sollte stets leichtgängig sein. Zum Warten
derselben die Kohle und
die Feder herausziehen, reinigen, und wieder ordentlich einbauen, ohne die
Federspannung dabei zu verän-
dern. Die vier Kontakte an der Seite dürfen keine Schmorstellen aufweisen,
ansonsten dürften auch die
Unterbrecherkontakte und der Kondensator nichts mehr taugen. Notfalls lassen sich
verschmorte Stellen
wieder etwas glatter schaben, doch am besten ersetzt man dann alle diese Teile
gleich durch neue.
Sollten Teile der (im Bild: Unterdruck-) Zündverstellung

schutzig oder zu stark eingefettet sein, darf man diese mit einem - aber auch
wirklich nur ganz leicht -
mit W a s c h benzin befeuchteten Tuch reinigen. Handelt es sich um einen
Bosch-Verteiler, soll das
Lager des Unterdruck-Verstellhebels nur ganz leicht eingefettet sein/werden. Die
Verteilerwelle sollte
man regelmäßig mit ein paar Motoröl- T r o p f e n auf den Filz an ihrem oberen
Ende schmieren.
Ganz wichtig ist die Überprüfung der Unterbrecherkontakte,

die bei einer einwandfreien Zündanlage blank und silbern aussehen sollten.
- Eine leichtere Verschmutzung vorsichtig abzuschaben (aber nicht schmirgeln)
und/oder abzuwischen.
- Angebrannte, angeschmorte, oder bläulich angelaufene Kontakte sind unverzüglich
zu erneuern, und
weisen auch auf einen defekten Kondensator oder auch auf eine kaputte
Zündspule hin (diese prüfen!).
- Graue gefärbte Kontakte stellen ein Zeichen für einen zu kleinen Kontaktabstand
dar. In diesem Falle
sind sie zu säubern und ihr Abstand mit einer Fühler(blatt)lehre

zu messen und neu einzustellen.
Ausserdem müssen sich die beiden Unterbrecherkontakte stets auf gleicher Höhe
zueinander befinden!
| Zum Einstellen des Schließwinkels und
Unterbrecherkontakt-Abstandes: |
--- Falls noch nicht geschehen, Verteilerkappe
und Verteilerläufer/-finger abnehmen
(sowie Verteiler und Unterbrecher wie oben prüfen
und pflegen).
Danach kann die Schließwinkel- bzw. Kontaktabstand-Einstellung so
erfolgen:
A. mit Fühlerblattlehre
(Notlösung: 1 Postkarte oder 4 Blätter
Schreibmaschinenpapier - hat/haben ungefähr die richtige Dicke -
als Fühlerlehre-Ersatz)
1. a) Entweder die Kurbelwelle mit Hilfe der Befestigungsschraube, notfalls
mit dem Keilriemen (ACHTUNG!
FINGER NICHT
DAZWISCHENBRINGEN!), so weit im Uhrzeigersinn drehen,
b) oder einen hohen (3./4.) Gang einlegen und das
Kfz - bei a u s geschalteter Zündung - langsam so weit
schieben, bis der
Unterbrecherkontakt-Abstand am größten ist.
2. Jetzt den entstandenen Abstand mit der Fühlerlehre messen.
- Bei älteren Kfz (z.B. Opel-Kadett A/B oder
VW-Käfer usw.) waren 0,4 mm praktisch immer richtig
- Allgemein sind hier 0,4 mm als Maximum zu sehen.
- Bei 4Zylindermotoren sollten es allgemein
mindestens 0,3 mm sein.
- Bei 6Zylindermotoren sollten es allgemein
mindestens 0,25 mm sein.
3. Muss nachgestellt werden, ist die Besfestigungsschraube des Unterbrechers
ein klein wenig zu lockern
und mit dem Schraubendreher die Kontaktplatte an
deren Kante sachte soweit zu verschieben, bis der
Unterbrecherkontakt-Abstand (wieder) genau stimmt.
Dabei darf sich das Fühlerblatt nur noch streng zwi-
schen den Kontakten hin- und herschieben lassen.
(Bei Abbrand/"Höckern" an den Kontakten müssen
diese zuerst wieder plan geschliffen/gefeilt werden
und selbst dann sollte man diese nur noch zwischen
den Rändern messen - oder am besten natürlich
gleich durch neue ersetzen und wieder genau einstellen.)
4. Unterbrecher-Befestigungsschraube wieder gut anziehen.
5. Nocheinmal von 1. an überprüfen - und gegebenenfalls sooft nachstellen,
bis der Schließwinkel und der
Kontaktabstand für alle Zylinder richtig und gleich
ist.
B. mit Schließwinkel-Messgerät
1. Schließwinkel-Messgerät gemäß Geräte-Anleitung anschließen. Das
geschieht i.d.R. einerseits an der
Klemme 1 der Zündspule und andererseits an Masse.
2. a) Steht ein/e Helfer/in zur Verfügung, lässt diese/r den Motor - bei
abgenommener Verteilerkappe und
ohne
Verteilerläufer/-finger, also nur mit dem Anlasser allein ohne Motorkraft - durchdrehen.
Gleichzeitig kann man nun
mit einem Schraubenzieher - wie oben - den Unterbrecherkontakt-Abstand
so korrigieren, dass am
Messgerät wieder der richtige Schließwinkel angezeigt wird.
b) Ohne Helfer/in bleibt nicht anderes übrig, als
das Messgerät so aufzustellen, dass man den Schließ-
winkel bei laufendem Motor
abgelesen kann. Das Einstellen des Unterbrecherkontakt-Abstandes muss
dann allerdings immer wieder
bei stehendem Motor erfolgen! (Entsprechend ungenau wird das Ergebnis.)
Die Methode mit M e s s gerät ist von diesen beiden aber auf
jeden Fall die genauere! |
ACHTUNG!
Nach dem Neueinstellen/Ändern des Schließwinkels bzw. Unterbrecherkontaktabstandes
sollte unbedingt auch der Zündzeitpunkt entsprechend eingestellt/korrigiert werden!
TIPP
Hier haben wir die Standard-Zünd(reihen)folge einiger Motoren
aufgelistet.
Entsprechend müssen die Zündkabel vom Verteiler zu den Zylindern laufen!
Vorrang vor diesen Informationen haben jedoch immer die Angaben in der
Betriebsanleitung des betreffenden Kfz.
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