Zündspule, Verteiler, Unterbrecher
prüfen und einstellen

 
Ob ein Fehler oder gar Totalausfall der Zündspule
zuendspule.jpg (4983 Byte)
vorliegt kann so ermittelt werden:

Es wird vorausgesetzt, dass es sich hierbei
um eine konventionelle Spulenzündung
 
mit Unterbrecher handelt.

a) ohne Prüflampe

Das von der Zündspule kommende Hauptzündkabel aus der Mittelbuchse der Verteilerkappe ziehen und
den Verteilerdeckel abnehmen. Jetzt muss ein großer Gang eingelgt und das Auto so weit geschoben wer-
den, bis sich die Unterbrecherkontakte schließen. Nun ist nur die Zündung einzuschalten, aber  n i c h t
starten! Dann hält man das freiliegende Zündkabelende mit einer isolierten Zange oder z.B. einer Holzklemme
(eine sehr große Wäscheklammer eignet sich dafür ideal) etwa 10 mm nahe an Masse. Dabei gleichzeitig
den Unterbrecherkontakt (leicht) abheben ( o h n e  mit dem dafür verwendeten Werkzeug an Masse zu kom-
men!), wobei nun zugleich zwischen dem Zündkabelende und der Masse ein Funke überspringen müsste.
Evtl. ist dies mehrfach zu wiederholen um zu sehen, wann und ob es auch wirklich einwandfrei funktioniert.
Ein sehr guter/starker Zündfunke kann meistens sogar einen Abstand von ca. 15 mm überbrücken. Liegt
Strom an und ist die Zündung eingeschaltet, und entsteht trotzdem kein Funke, ist die Zündspule defekt.

b) mit Prüflampe (oder Summer, oder besser Multi-/Voltmeter)

prueflampe.jpg (4543 Byte) Notlösung: Als Prüflampenersatz tut es auch ein altes Scheinwerferbirnchen, bei
dem wenigstens noch ein Glühfaden i.O. ist, und an das man zwei dünne An-
schlussdrähte - vorteilhaft mit kleiner Klemme - entsprechend anlötet. Meistens
reagieren solche Ersatzlampen sogar schneller als träge Billig-Prüflämpchen.

Auch hier wird wie bei dem Vorgehen nach a) vorausgesetzt, dass selbstverstänlich auch der Abstand
der Unterbrecherkontakte genau stimmt. Ansonsten erst nach dem Abnehmen der Verteilerkappe auf Sau-
berkeit achten und den Abstand der Unterbrecherkontakte kontrollieren bzw. richtig einstellen! Daraufhin
wir das zum Verteiler führende Zündkabel von Klemme 1 der Zündspule abgeklemmt und stattdessen zwi-
schen dieser Klemme und dem freien Hauptzündkerzenkabel die Prüflampe (kann man sich auch selbst
ganz einfach basteln) angesetzt. Jetzt ist geradeso wie beim obigen Verfahren die Zündung einzuschalten
(aber nicht anlassen!) und das Auto langsam vorwärts zu schieben. Leuchtet nun die Prüflampe auf, sobald
sich der Unterbrecherkontakt schließt und erlischt unverzüglich wieder, wenn sich der Unterbrecherkontakt
öffnet, dürfte dieser sogenannte Primärstromkreis in Ordnung sein. Anderenfalls liegt höchstwahrscheinlich
ein Fehler/Mangel an der Zündspule selbst vor.
Die Methode m i t Prüflampe ist von diesen beiden die genauere.

Nach dem Check aber die Zündung sofort wieder ausschalten und alles zusammenbauen!
Es wird darauf hingewiesen, dass die hier beschriebenen Vorgehensweisen nur behelfs-
mäßige Möglichkeiten und daher gegenüber elektronischer Messung natürlich ein wenig
ungenaue Methoden aufzeigt.

Den eingebauten Zündverteiler und Unterbrecher kann man so prüfen und pflegen:

Gleich zu Beginn ist sicherzustellen, dass alle Zündkabel auch wirklich gut in den Buchsen des Verteiler-
deckels sitzen - wie es sein soll! Dazu sind zuerst die Schutzkappe auf dem Verteiler abzunehmen und
die Gummischützer an den Buchsen ein wenig über die Zündkabel zurückzuschieben. Dann drückt man
die Kabelenden fest in die Buchsen und stülpt die Gummikappen wieder abschließend darüber. Danach
sind je nach Verteilerbauart entweder die Spannverschlüsse an Verteilerkappe/-deckel zu lösen oder die
Schrauben zu öffnen. Nun kann der Deckel abgenommen werden.
verteilerkappe.gif (1285 Byte)
Dieser Verteilerdeckel muss immer insgesamt, vor allem aber an der Innenwand vollkommen trocken und
sauber sein! Eventuell mit einem ganz trockenen Tuch auswischen. Graue oder schwarze dünne Streifen
sind ein deutlicher Hinweis auf Kriechströme oder gar Harrisse, aufgrund derer dieser Verteilerdeckel unbe-
dingt sofort gegen einen neuen ausgetauscht werden sollte.
Der in der Mitte befindliche Kohlestift sollte stets leichtgängig sein. Zum Warten derselben die Kohle und
die Feder herausziehen, reinigen, und wieder ordentlich einbauen, ohne die Federspannung dabei zu verän-
dern. Die vier Kontakte an der Seite dürfen keine Schmorstellen aufweisen, ansonsten dürften auch die
Unterbrecherkontakte und der Kondensator nichts mehr taugen. Notfalls lassen sich verschmorte Stellen
wieder etwas glatter schaben, doch am besten ersetzt man dann alle diese Teile gleich durch neue.
Sollten Teile der (im Bild: Unterdruck-) Zündverstellung
zuendverstellung.gif (3270 Byte)
schutzig oder zu stark eingefettet sein, darf man diese mit einem - aber auch wirklich nur ganz leicht -
mit  W a s c h benzin befeuchteten Tuch reinigen. Handelt es sich um einen Bosch-Verteiler, soll das
Lager des Unterdruck-Verstellhebels nur ganz leicht eingefettet sein/werden. Die Verteilerwelle sollte
man regelmäßig mit ein paar Motoröl- T r o p f e n auf den Filz an ihrem oberen Ende schmieren.
Ganz wichtig ist die Überprüfung der Unterbrecherkontakte,
unterbrecherkontakte.jpg (3819 Byte)
die bei einer einwandfreien Zündanlage blank und silbern aussehen sollten.
- Eine leichtere Verschmutzung vorsichtig abzuschaben (aber nicht schmirgeln) und/oder abzuwischen.
- Angebrannte, angeschmorte, oder bläulich angelaufene Kontakte sind unverzüglich zu erneuern, und
  weisen auch auf einen defekten Kondensator oder auch auf eine kaputte Zündspule hin (diese prüfen!).
- Graue gefärbte Kontakte stellen ein Zeichen für einen zu kleinen Kontaktabstand dar. In diesem Falle
  sind sie zu säubern und ihr Abstand mit einer Fühler(blatt)lehre
fuehlerlehre.jpg (3226 Byte)
zu messen und neu einzustellen.
Ausserdem müssen sich die beiden Unterbrecherkontakte stets auf gleicher Höhe zueinander befinden!

Zum Einstellen  des Schließwinkels und Unterbrecherkontakt-Abstandes:
  --- Falls noch nicht geschehen, Verteilerkappe und Verteilerläufer/-finger abnehmen
      (sowie Verteiler und Unterbrecher wie oben prüfen und pflegen).
  Danach kann die Schließwinkel- bzw. Kontaktabstand-Einstellung so erfolgen:
  A. mit Fühlerblattlehre
      (Notlösung: 1 Postkarte oder 4 Blätter Schreibmaschinenpapier - hat/haben ungefähr die richtige Dicke -
                       als Fühlerlehre-Ersatz)
  1. a) Entweder die Kurbelwelle mit Hilfe der Befestigungsschraube, notfalls mit dem Keilriemen (ACHTUNG!
          FINGER NICHT DAZWISCHENBRINGEN!), so weit im Uhrzeigersinn drehen,
      b) oder einen hohen (3./4.) Gang einlegen und das Kfz - bei  a u s geschalteter Zündung - langsam so weit
          schieben, bis der Unterbrecherkontakt-Abstand am größten ist.
  2. Jetzt den entstandenen Abstand mit der Fühlerlehre messen.
      - Bei älteren Kfz (z.B. Opel-Kadett A/B oder VW-Käfer usw.) waren 0,4 mm praktisch immer richtig
      - Allgemein sind hier 0,4 mm als Maximum zu sehen.
      - Bei 4Zylindermotoren sollten es allgemein mindestens 0,3 mm sein.
      - Bei 6Zylindermotoren sollten es allgemein mindestens 0,25 mm sein.
  3. Muss nachgestellt werden, ist die Besfestigungsschraube des Unterbrechers ein klein wenig zu lockern
      und mit dem Schraubendreher die Kontaktplatte an deren Kante sachte soweit zu verschieben, bis der
      Unterbrecherkontakt-Abstand (wieder) genau stimmt. Dabei darf sich das Fühlerblatt nur noch streng zwi-
      schen den Kontakten hin- und herschieben lassen. (Bei Abbrand/"Höckern" an den Kontakten müssen
      diese zuerst wieder plan geschliffen/gefeilt werden und selbst dann sollte man diese nur noch zwischen
      den Rändern messen - oder am besten natürlich gleich durch neue ersetzen und wieder genau einstellen.)
  4. Unterbrecher-Befestigungsschraube wieder gut anziehen.
  5. Nocheinmal von 1. an überprüfen - und gegebenenfalls sooft nachstellen, bis der Schließwinkel und der
      Kontaktabstand für alle Zylinder richtig und gleich ist.
  B. mit Schließwinkel-Messgerät
  1. Schließwinkel-Messgerät gemäß Geräte-Anleitung anschließen. Das geschieht i.d.R. einerseits an der
      Klemme 1 der Zündspule und andererseits an Masse.
  2. a) Steht ein/e Helfer/in zur Verfügung, lässt diese/r den Motor - bei abgenommener Verteilerkappe und
          ohne Verteilerläufer/-finger, also nur mit dem Anlasser allein ohne Motorkraft - durchdrehen.
          Gleichzeitig kann man nun mit einem Schraubenzieher - wie oben - den Unterbrecherkontakt-Abstand
          so korrigieren, dass am Messgerät wieder der richtige Schließwinkel angezeigt wird.
      b) Ohne Helfer/in bleibt nicht anderes übrig, als das Messgerät so aufzustellen, dass man den Schließ-
          winkel bei laufendem Motor abgelesen kann. Das Einstellen des Unterbrecherkontakt-Abstandes muss
          dann allerdings immer wieder bei stehendem Motor erfolgen! (Entsprechend ungenau wird das Ergebnis.) 
  Die Methode mit  M e s s gerät ist von diesen beiden aber auf jeden Fall die genauere!

ACHTUNG!
Nach dem Neueinstellen/Ändern des Schließwinkels bzw. Unterbrecherkontaktabstandes
sollte unbedingt auch der
Zündzeitpunkt entsprechend eingestellt/korrigiert werden!

haken.gif (1286 Byte) TIPP
Hier haben wir die Standard-Zünd(reihen)folge einiger Motoren aufgelistet.
Entsprechend müssen die Zündkabel vom Verteiler zu den Zylindern laufen!
Vorrang vor diesen Informationen haben jedoch immer die Angaben in der
Betriebsanleitung des betreffenden Kfz.


Bearbeitungsstand: Sommer 2005
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