Einbau einer zweiten Autobatterie

Wer eine größere Car-HiFi-Anlage oder mehrere Verstärker oder sonstige elektrische Zu-
satzgeräte wie etwa Kühlbox/-schrank ohne weitere Maßnahmen in sein Auto bzw. Wohn-
mobil einbaut, wird bestimmt schnell sehen, wie die Bordspannung absinkt. So wird z.B.
bei jedem Baßtakt die Beleuchtung dunkler und die Lichtausbeute der Scheinwerfer insge-
samt - eventuell sogar erheblich - schwächer. Das geschieht umso schneller, je kleiner die
Kapazität der Original-Starter-/Erstbatterie ist, und kann während des Betriebs so starker
Verbraucher bei abgestelltem Motor einen einzelnen Kfz-Akku sogar vollständig entladen.
Das kann man durch den Einbau einer zusätzlichen Autobatterie (Zweitbatterie) vermeiden.
                  onlinerechner.gif (1306 Byte) Die Zeitdauer einer solchen Verbrauchs-Entladung und
                  onlinerechner.gif (1306 Byte) die benötigte Größe/Kapazität dieser Zusatz-Batterie
lassen sich leicht mit unseren Online-Rechnern auf der Um-/Einbau-Seite ermitteln.

Der Anschluss einer Zusatz-Batterie an den Kfz-Generator (Lichtmaschine) sollte immer
über ein Trenn-Relais (Teilemusterbild unten links) oder (auch mit mehreren Akkus
möglich) über eine Trenn-Diode (Teilemusterbild unten rechts) mit Parallel-Schaltung
(Skizze siehe Ergänzung unten) von Starter-(Erst-) und Zusatz-(Zweit-)Batterie(n)/Akku(s)
erfolgen!
Dadurch werden die Batterien/Akkus elektrotechnisch untereinander getrennt, so-
mit bei laufendem Motor durch den Generator(Lichtmaschine) nach Bedarf aufgeladen, und
können sich auch nicht (mehr) gegenseitig entladen. Die bei Trenndioden aufgeführten Lei-
stungsangaben wie 50/70/75/90/120/150 Amp beziehen sich immer auf die Ladeleistung
des beanspruchten Generators
(nachschauen!) oder Ladegeräts. Bei Trenndioden(vertei-
ler)-Auswahl auch auf (zukünftig evtl. größere) Anzahl Batterien/Akkus achten. Auf die Akku-
Größe/-Kapazität kommt es dabei nicht an. Ausserdem kann damit die Zweitbatterie not-
falls bis zur vollständigen Entladung genutzt werden, wobei die Erstbatterie voll und betriebs-
bereit bleibt. Darüberhinaus wirkt die Zweitbatterie in gewissem Umfang als Puffer gegen
Spannungsschwankungen im Kfz-Bordnetz, was besonders wichtig ist, wenn z.B. eine Car-
HiFi-Endstufe ohne Elko/Pufferkondensator/Powercap eingebaut und betrieben wird.

Werkzeug- und Teileliste:

1 Stk Zusatz-Batterie: z.B. 12V-45 Ah bei kleinerem Kapazitätsbedarf bzw.
für Car-HiFi-Anlage/n lieber gleich 12V-66/80 Ah, aber beachte:
Für deren Parallelschaltung sollten Typ, Leistung, und Spannung
der Erst- und der Zusatz/Zweit-Batterie/n immer  g l e i c h  sein!
(Bild: "Wartungsfreie" Gel-Batterie ohne Stopfen, daher auch liegend montierbar.)
Gel-Batterie
1 Stk 30 A- bzw. 70 A-Schaltrelais oder entsprechende Trenndiode (Weniger als 30A sind auf keinen Fall ratsam! Bild links: Evtl. verwendbares KFZ-Relais für Nebelscheinwerfer oder Abblendlicht; Bild rechts: Trenndiode für mehrere Batterien)

trennrelais.gif (2378 Byte)trenndiode.gif (3103 Byte)

1,5-5 m Batteriekabel mit 10 mm² bzw. möglichst 16 mm² Querschnitt. Kleiner
kann hier aber rasch zu wenig werden! Hier ist ein rot isoliertes Kabel üblich. (Das
wird die Verbindung zwischen beiden Batterien. Die Länge wird vom Einbauort der Zweitbatterie bzw. von der Entfernung zwischen den beiden Batterien vorgegeben.)
batteriekabelset.jpg (1427 Byte)
0,5-1 m Massekabel mit 10 mm² bzw. möglichst 16 mm² Querschnitt. Es muss
den gleichen Querschnitt wie das vorige haben! Dieses ist i.d.R. schwarz isoliert.
(Bild: Kompletter Batteriekabel-Satz einschließlich elektr. Sicherung/shalterung)
1,5-5 m Kabel mit 1 mm² bzw. 1,5 mm² Querschnitt
(Das dient als Relais-Steuerleitung) Wie für Plusleitungen üblich wieder rot.
batt-relais-kabelset.gif (1446 Byte)
0,5-1 m Massekabel mit 1 mm² bzw. 1,5 mm² Querschnitt (Wird die Minus-Leitung
der Relais-Ansteuerung) Wie für Masse/Minusleitungen üblich schwarz oder braun.
2 Stk große Steck-Kabelschuhe (Durchmesser passend zum dicken Batteriekabel) steckkabelshuh.gif (1576 Byte)
2 Stk kleine Steck-Kabelschuhe (Durchmesser passend zur Steuerleitung)
2 Stk große Ring-Kabelschuhe (Durchmesser passend zum dicken Batteriekabel) ringkabelshuh.gif (1736 Byte)
2 Stk kleine Ring-Kabelschuhe (Durchmesser passend zur Steuerleitung)
2 Batterieklemmen batterieklemme.jpg (9136 Byte)
div. Befestigungsmaterial wie Schiene/Leiste und Schraube/n (Original-Batterie-
halter empfohlen, darf ja auch gebraucht sein) zur Montage der Zusatz-Batterie
 
1 Stk Sicherungshalter und 30A- bzw. 70A-Sicherung (wie Trenn-Relais/-Diode)
wird nicht nur v.a. aus Gründen der Absicherung gegen Brand/Zerstörung, sondern auch zum Zwecke der Aufrechterhaltung des Versicherungsschutzes empfohlen!

(siehe Kabel-
satzbild oben)

je 1 Schraubendreher, Schraubenschlüssel, Spitzzange, Cutter und Abioslierer, evtl. Bohrmaschine  

Schaltplan:

Schaltplan
(Zeichnung ohne Sicherung; von RM.)
Skizzen mit Sicherung und Elko/Powercap siehe: "Car-HiFi" auf meiner Um-/Einbau-Seite.

Anleitung:

1. a) Zu allererst muss ein geeigneter Platz für die Zweitbatterie gefunden werden. Dabei
         ist unbedingt darauf zu achten, daß eine ausreichende Entlüftung(smöglichkeit) für die
         während der (Auf-)Ladung evtl. (bei Säure-Blei-Akkus mit Stopfen) entstehenden Ga-
         se vorhanden ist. Fehlt die Entlüftung, kann Knallgas entstehen! Explosionsgefahr!!!
         Da im Motorraum für eine Zweitbatterie erfahrungsgemäß kein Platz vorhanden ist,
         bietet sich dafür meistens schon von vornherein der Kofferraum an. Die Batterie ist
         gut zu befestigen, damit sie bei Vollbremsung nicht zum tödlichen "Geschoß" wird.
    b) Schaltrelais oder Trenndiode möglichst nahe an der Erstbatterie montieren.

2. a) Starter-/Erstbatterie-Kabel abklemmen (erst Minus-Kabel wegnehmen)
    b) Kabel ausreichend lang verlegen, nicht zu kurz/knapp abschneiden, passende Kabel-
         schuhe an Kabelenden aufstecken, quetschen und isolieren (noch nicht anschließen)

3. a) Das Steuerkabel für Schaltrelais/Trenndiode
         - mit einen Ende an Generator/Lichtmaschine befestigen, direkt am Anschluss der La-
         dekontrolllampe (Klemme 61/D+, mit dünnem - meist blauem - Kabel am Generator).
         - und das andere Ende der Steuerleitung auf das Relais stecken (Klemme 86).
    b) Klemme 85 über das kurze 1mm²-Kabel mit der Karosserie (mit Masse) verbinden.

4. a) Das dicke (rote) Batteriekabel wird - mit dem Pluspol der Erstbatterie (rot, kurzer
                                                                        Abschnitt, ggf. mit Sicherungshalter innerhalb
                                                                        20/max.30cm an der Batterie) sowie
                                                                      - mit dem Relaisanschluß 30 verbunden.
     b) Nun den Relais-Anschluß 87 mit dem Pluspol der Zweitbatterie (dick, rot) verbinden.
     c) Schließlich den Minuspol der Zusatzbatterie mit dem dicken Massekabel (schwarz)
          zur Karosserie führen.

5. a) Plus-/Power-Kabel der Car-HiFi-Anlage bzw. des eingebauten Zusatz-Gerätes (mit
         evtl. vorgesehener eigener/zusätzlicher Sicherung innerhalb 20, maximal 30 cm von
         der Zusatzbatterie) an den Plus-Pol der Zweitbatterie anschließen.
    b) Starter-/Erstbatterie-Kabel wieder richtig anklemmen (beginnend mit Plus-Kabel).
    c) Die ggf. vorgesehene/n Zusatz-Sicherung/en einsetzen.

Kontrolle:

Ob alles richtig installiert wurde zeigt sich, wenn man
1. a) bei ausgeschaltetem Motor und ausgeschalteten Verbrauchern misst, ob Strom in
         die Zweitbatterie fließt; denn das darf bei stehendem Motor noch nicht der Fall sein.
    b) einen oder mehrere Verbraucher (z.B. Scheinwerfer) einschaltet und die beiden Batte-
         riespannungen misst, die sich aber jetzt unterscheiden müssen. Bleiben Sie bei tat-
         sächlich verbundenen Akkus (und ggf. intakter Sicherung) gleich, stimmt etwas nicht
         (Wahrscheinlich falsches Relais - evtl. Öffner statt Schließer - eingebaut).
2. a) den Motor anlässt und darauf achtet, dass nach kurzer Zeit die Ladekontrolleuchte er-
         lischt (und - ist manchmal nur sehr leise - das Relais klickt; bei Trenndiode hört man
         gar nichts). Geht die Ladekontrolle nicht aus, stimmt etwas mit der Steuerleitung zwi-
         schen D+/Kl. 61 und Relais/der Trenndiode nicht (vielleicht falsch oder lose).
    b) bei laufendem Motor feststellt, dass nun Strom in die Zweitbatterie fließt und jetzt an
         beiden Batterien/Akkus die gleiche Spannung von (ca.) 13,8 Volt anliegt.

Ergänzung:

Parallelschaltung zweier Batterien/Akkus gleichen Typs und gleicher Leistung gibt doppelte Leistung
bei gleichbleibender Spannung
(z.B. 12V vorher und 12V nachher)

wpe4.jpg (3684 Byte)

Reihenschaltung zweier Batterien/Akkus ergibt/ergäbe
dagegen doppelte Spannung
bei gleichbleibender Leistung
(z.B. 12V vorher aber 24V nachher)

wpe5.jpg (3137 Byte)

Ein "größerer"
Generator(LiMa)

wird nach der Installation einer zusätzlichen oder evtl. "größeren" Batterie und/oder zu-
sätzlicher starker Geräte/Verbraucher nur dann erforderlich, wenn mit der vorherigen/Ori-
ginal-Lichtmaschine bei laufendem Motor keine ausreichende Aufladung des/der Akkus
mehr erzielt wird.

Bearbeitungsstand: Sommer 2005
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