Bei der Kunststoff-Beschichtung und
-Lackierung sollte man zunächst gliedern in die
Kunststoff-Hauptarten |
| Thermoplaste |
Elastomere |
Duromere/Duroplaste |
| Z.B.: ABS,
Polystyrol, PVC, (PE)Polyethylen. *) |
Z.B.:
Silikonkautschuk, Gummi.
*) |
Z.B.:
(EP)Epoxyd-, (UP)Polyester-, Polyurethan-, (VE)Venylesterharz. *) |
Unter Wäme wiederholt plastisch
formbar.
Oft in organ. Lösungsmitteln löslich, durch ("kaltes") Schweissen mit
Lösungsmitteln miteinander verbindungsfähig.
Schmilzt bei hohen Temperaturen. |
Sehr elastisch, dehnt sich unter
Spannung, nimmt beim Entspannen wieder die vorige Form ein.
Nicht durch Wärme schweissbar, durch Vulkanisieren miteinander verbindungsfähig.
Schmilzt und/oder verkohlt. |
Härtbar, nur 1x plastisch formbar.
Unlöslich, unschmelzbar, nicht unter Wärme schweissbar.
EP ist schwer entzündbar.
Verkohlen alle bei hohen Temperaturen und sind nicht selbstverlöschend. |
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UP: Wasser-,
Heizöl-, Benzin-beständig. Heisswasser-, Konz.Säure/Lauge-, Benzol-, Alkohol-,
Toluol-unbeständig.
EP: Benzin-, Benzol-, Mineralöl-, Fett-beständig. Heisswasser-,
Konz.Säure/Lauge-, Ester-, Keton-, Aceton-unbeständig.
VE: 37%HCL(Chlorsalz), Chlordioxid-, See/Meerwasser-,
Kohlenwasserstoff-beständig. 75%H2SO4-, 80°C kochend Wasser-,
65°C 15%NaOH-unbeständig. |
| Thermoplaste wie PP, PE, PVC und
Polyamide lassen sich nicht oder sehr schlecht verkleben. |
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Reparatur durch Auflaminieren
und/oder Kleben möglich, Biegen (auch nach Anwärmen) nicht. |
Kunststoffe an
Fahrzeugen (Abkürzungen siehe unten):
Armaturenbretter=ABS/SB/PVC, Lenkräder=CAB, Batteriegehäuse=SAN/SB,
Bremsbeläge=PF, Bremsölbehälter=PE, Cabriolet-Fenster=PVC,
Druckschläuche=PA/div.Polyfluorcarbone, Entfrosterdüsen=PP, Klarsichtkanzeln=PMMA/PC,
Griffe=CAB/PF/PE/POM, Karosserien=GUP/PF/ABS, Kolbenringe=Vf, Kraftstofftanks=PE/PA,
Leichtbaukomponenten=GUP/EP/PUR, Lüfterräder=PA, Nummernschilder=PVC,
Plosterungen=PVC/PUR, Sicherheitsglas=PMMA/PVB, Signalleuchten=PMMA/PS/PC,
Stoßstangen/Soiler=PUR, Motorteile=Polyfluorcarbonate, Zierelemente=ABS/PMMA/CAB |
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FVW
= Abkürzung für Faserverbundwerkstoffe (Oberbegriff)
aus (Harz-)Matrix und Verstärkungsfasern.
Laminat = Harz-Faser-verbundene Flächenbeschichtung. An PKW's befinden
sich viele Kunststoffteile aus |
UP-GF (GFK) =
Ungesättigter Polyester, glasfaserverstärkt (Herstellungsverfahren:
GMC, SMC, Handauflege) |
SFK =
Synthesefaserverstärkter Kunststoff (Aramid) |
CFK =
carbonfaserverstärkter (Kohlefaser-)Kunststoff |
Alle diese FVW weisen
sich durch hohe Festigkeit in Faserrichtung, ausserdem durch niedriges Gewicht, gute
Dämpungs-/niedrige Schwingseigenschaften, hohe dynamische Belastbarkeit,
Korrosionsbeständigkeit, und geringe Wärmeausdehnung aus.
Gebrauchstemperaturen liegen für UP bei 50-160°C, für EP bei 45-230°C,
für VE bei 100-150°C, diejenige daraus gefertigter GFK-Bauteile meistens bei 50-80°C. Dehnen
kann sich UP bis 3%, EP um 6-8%, und VE um 3,5-7%.
Versicherungstechnisch werden laut R&Gonline vom Germanischen
LLoyd (GL) folgende Mindestkennwerte für ein Epoxidharzsystem (z.B. für eine
Bootszulassung) gefordert: Zugfestigkeit: 55 N/mm, Bruchdehnung:
2,5 %, E - Modul (Zug): 2700 N/mm, Biegefestigkeit: 100 N/mm, Wärmeformbeständigkeit:
70 °C, Wasseraufnahme: (besonders bei Wasserfahrzeugen wichtig) 24h/168h: -/ 50
mg. |
FVW-Bauteile an
Fahrzeugen: :
Karosserieteile, Kardanwellen, Federn, Drehstäbe, Stossfänger, Chassierahmen,
Versteifungen, Zwischenwände, Verkleidungen, LKW-Aufbauten; dazu kommen: Grundierungen
und Beschichtungen. |
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Zum Beschichten von Eisenblech ist dieses
vorher zu entrosten und aufzurauhen; die Grundierung darf
daraufhin sofort erfolgen; bis zum Beschichten mit GFK sollte die (z.B. G4-)
Grundierung ca. 1/2 (bis max. 4)
Stunde(n) bei Normal-Umluftbedingungen (etwa bei 20°C Lufttemperatur und 75%
Luftfeuchte) trocknen. Es
wird eine FVW-Schichtdicke von 0,5-1mm empfohlen; für 1 m² mit 1 mm
Schicht wird rund 1 kg Harz benötigt.
Werkzeuge und Hilfsmittel: Glasfasermatte/n, Harz, evtl. Härter, Schere
oder Teppichmesser o.Ä., Waage/Messbecher/Mischbecher, Borstenpinsel und
Fale/Velourwalze, Verdünner (zum Harzverdünnen und Werkzeugwaschen),
Latex-/Venylhandschuhe, Handreiniger.
Hier haben wir eine ausführliche Anleitung zum Lackieren von Kunststoff-Formteilen für Fahrzeuge
zusammengestellt (betrifft hauptsächlich Hartkunststoff-Anbauteile wie
Seitenschweller, Front/Heckschürzen,
Spoiler/Flügel, Aussenspiegelgehäuse, Lufthutzen, oft auch schon Kotflügel und
Motorhaube.).
Das Entfernen des FVW auf/von einem anderem Material ist nur durch
mechanisches Abschleifen möglich.
Werzeuge und Hilfsmittel: Schleifmaschine, Schleifschwamm, Schleifpapier(e),
Schutzbrille, Atemschutz.
Für die Metall-Lackierung werden spezielle
Lacke benötigt, die sich oft für Autos und Zweiräder unterscheiden.
.....
*) Abkürzungen: |
| für
Thermoplaste: |
für Duroplaste: |
Acrylnitril-Butadien-Styren-Copolymere=ABS
Acrylnitril-Methylmethacrylat-Copolymere=AMMA
Celluloseacetat=CA
Celluloseacetobutyrat=CAB
Glasfaserverstärkte Plaste=GFP
Glasfaserverstärkte Kunststoffe=GFK
Polyacrylnitril=PAN
Polyethylen=PE
Polyethylen niedriger Dichte=PE-ND
Polyethylen mittlerer Dichte=PE-MD
Polyethylen hoher Dichte=PE-HD
Polycarbonat=PC
Polytrifluorchlorethylen=PCTFE
Polyisobutylen=PIB
Polymethylmethacrylat=PMMA |
Polyolefine=PO
Polyoxymethylen (Polyformaldehyd)=POM
Polyethylenterephtalat=PETP
Polyurethan=PUR
Polyvinylacetat=PVAC
Polyvinylalcohol=PVAL
Polyvinylbutural=PVB
Polyvinylchlorid=PVC
Polyvinylchlorid, weichmacherfrei=PVC-H
Polyvinylchlorid,. weich=PVC-W
Polyvinylidenchlorid=PVDC
Styren-Acrylnitril-Copolymere=SAN |
Dicyandiamidformaldehyd=DD
Epoxidharze=EP
Glasfaserverstärkte Plaste=GFP
Glasfaserverstärkte Kunststoffe=GFK
Glasfaserverstärkte ungesättigte Polyester=GUP
Harnstoffformaldehyd=UF
Melaminformaldehyd=MF
Phenolformaldehyd=PF
Polyurethan=PUR
Ungesättigte Polyester=UP
Vulkanfiber=Vf |
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